Kindle Oasis im Test: Der beste E-Book-Reader und sein wasserfester Nachfolger

Amazon versetzt uns einen Schlag in die Magengrube

Der Kindle Oasis ist so leicht, er lässt sich mühelos in einer Hand halten.

Genau so muss ein Ebook-Reader aussehen! Darüber sind sich die meisten Menschen einig, die den Amazon Kindle Oasis zum ersten Mal in die Hand nehmen - und am liebsten nie wieder loslassen würden. Im Test des Kindle Oasis finden wir nur wenige Mängel. Das gilt auch für den seit Ende 2017 verfügbaren Nachfolger, der jedoch auf ein leicht anderes Konzept setzt und wasserfest ist.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ergonomie: Ist leichter wirklich besser?
  3. Ein Buch auf dem Rücken liegend lesen?
  4. Display und Beleuchtung
  5. Neue Schriften und Leistung
  6. Der neue Kindle Oasis (seit Herbst 2017) im Test - wo liegen die Unterschiede zum Vorgänger?
  7. Der neue Kindle Oasis liegt schlechter in der Hand
  8. Fazit & Alternativen

Auch wer nicht mindestens 230 Euro für einen E-Book-Reader ausgeben möchte, und das können wir sehr gut verstehen, sollte weiterlesen. Denn der Kindle Oasis dürfte einen guten Einblick über die Zukunft der Gattung E-Book-Reader geben. Wir hoffen es zumindest, denn wir mögen den bislang leichtesten Kindle vom Fleck weg.

Als Amazon die erste Version des Oasis erstmalig vorstellte, trauten wir beim Blick auf das Preisschild unseren Augen kaum. Unglaubliche 290 Euro kostet der Oasis 2016. Knapp 300 Euro für einen E-Book-Reader! Und der Preis lässt sich weiter in die Höhe treiben, etwa wenn man statt der Basis-Version, die nur WLAN-Netzwerke unterstützt, die von uns getestete 3G-Variante ordert. Dann verlangt das Online-Versandhaus 350 Euro. Mittlerweile sind die Preise etwas gefallen, wahrscheinlich auch, weil der Versandriese einen Nachfolger mit Namen "der neue Kindle Oasis" veröffentlicht hat. Dazu am Ende des Tests mehr.

Design und Verarbeitung

Die Hülle gehört immer zum Lieferumfang. Amazon verbaut in der Hülle einen Zusatzakku, der die Laufzeit von zwei Wochen auf neun Wochen erhöhen soll. Es ist nicht möglich, die Hülle ohne eingelegten Oasis zu laden, da ihr der Stromanschluss fehlt. Beim Anschließen per microUSB ans Stromnetz wird zunächst der Kindle und dann der Akku in der Schutzhülle aufgeladen. Darüber hinaus ist die Hülle, die es in den Farbvarianten Bordeaux, Schwarz und Walnuss gibt, ein echtes Schmuckstück geworden.

Amazon Kindle Oasis im Test

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Die Oberfläche besteht aus echtem Leder. Für diesen Test stellte Amazon uns einen Oasis mit walnussfarbener Hülle zu Verfügung, auf der sich nach kurzer Zeit Kratzer zeigen. Wie bei Echtlederprodukten üblich, kann die Hülle daher nach einiger Zeit "Geschichten erzählen". Das muss man nicht mögen, uns gefällt es.

Der Kindle Oasis selbst ist mit einem Gewicht von 131 Gramm (3G-Version: 133 Gramm) fast schon phänomenal leicht. Mit Hülle addiert sich das Gewicht jedoch auf stattliche 240 Gramm. Zum Vergleich: Der aktuelle Kindle Paperwhite wiegt zwischen 205 und 217 Gramm, der Kindle Voyage zwischen 180 und 188 Gramm, jeweils ohne Schutzhülle versteht sich.

Sowohl Hülle als auch der Reader selbst sind tadellos verarbeitet und echte Handschmeichler. Am Reader können wir keine auffälligen Spaltmaße oder sonstige Produktionsmängel erkennen. Die Hülle verfügt über insgesamt zwölf Magnete, mit denen sich der Reader verbindet. Während das Anlegen und Abnehmen anderer Kindle-Hüllen, etwa bei der Original-Hülle des Paperwhite, mühsam ist, gestaltet sich dieser Vorgang beim Oasis blitzschnell.

Beim Öffnen der Hülle schaltet sich das Gerät automatisch ein, beim Schließen automatisch aus. Zudem ist es möglich, die Frontseite der Hülle umzuklappen und sie magnetisch an der Rückseite anzuheften. Dann liegt der Oasis wie ein umgeschlagenes Magazin in der Hand.

Schütteln wir das uns vorliegende Rezensionsgerät kräftig hin und her, gibt es keine Laut von sich. Ein gutes Zeichen. Wir stellen jedoch auch fest, dass es beim Schütteln zu unbeabsichtigten Seitenwechseln kommt, obwohl wir weder den Touchscreen noch eine der beiden physikalischen Tasten berühren.

Ergonomie: Ist leichter wirklich besser?

Als Apple das iPad Air 2 vorstellte und wir es das erste Mal in den Händen hielten, waren wir darüber erstaunt, was ein paar Gramm Gewichtsunterschied im Alltag doch ausmachen können. Beim Amazon Kindle Oasis ist es noch viel gravierender. Der Oasis lässt sich ohne Hülle fast schon wie ein Notizzettel mit nur zwei Fingern halten.

Kaufberatung E-Book-Reader

Worauf ihr beim Kauf eines E-Book-Readers achten solltet, haben wir an dieser Stelle für euch zusammengefasst.


Kaufberatung E-Book-Reader

Eine Seite des Readers ist dicker als die andere. An der dickeren Seite platziert Amazon endlich wieder physikalische Buttons mit vernünftigen Druckpunkten für den Seitenwechsel (Nach wie vor könnt ihr auch über den Touchscreen blättern).

Ein Lagesensor sorgt wie beim Smartphone oder Tablet für die korrekte Bildschirmausrichtung, je nach dem, wie rum wir den Oasis halten. Die Bildschirmausrichtung funktioniert jedoch nur im Hochformat, obwohl im offiziellen Benutzerhandbuch die Rede vom Querformat ist, konnten wir die Einstellung bei unserem Testgerät nicht finden. Es ist also nicht möglich, die beiden Bedientasten zum Seitenwechsel am unteren oder oberen Rand anzuordnen. Das dürfte jedoch nur Menschen ärgern, die gerne in Seitenlage lesen.

Ein Buch auf dem Rücken liegend lesen?

Bei E-Book-Readern gilt für uns ganz klar: Je leichter, desto besser. Der Oasis ist ohne Hülle so leicht, dass wir versuchten, mit ihm auf dem Rücken liegend zu lesen. Dies geht erstaunlich gut, bis der erste Seitenwechsel ansteht. Dann finden die Finger einfach keinen Platz, um den Kindle gleichzeitig zu halten und den Seitenwechsel durchzuführen.

Leider hat Amazon es auch versäumt, das Gespann Kindle / Hülle so zu konstruieren, dass es von alleine stehen kann. Diese Eigenschaft hätten wir uns genauso sehr gewünscht, wie ein wasserdichtes Gehäuse.

Display und Beleuchtung

Es sieht auf den ersten Blick nicht so aus, doch die Oasis-Anzeige ist tatsächlich sechs Zoll groß. Die Bildschirmdiagonale von 15 Zentimetern hat der Neuzugang also mit allen anderen derzeit verfügbaren Kindle-Modellen gemeinsam. Genauso die Auflösung: Mit 300 ppi (1.080 x 1.440 Pixel) löst der Bildschirm genauso scharf auf wie der des bisherigen Top-Modells Kindle Voyage und der des aktuellen Kindle Paperwhite.

Das Display lässt sich bei Bedarf hell erleuchten und lässt sich zu jeder Zeit einwandfrei ablesen.
Das Display lässt sich bei Bedarf hell erleuchten und lässt sich zu jeder Zeit einwandfrei ablesen. (Quelle: netzwelt)

Selbst kleine Schrift zeigt der Oasis knackig scharf und ohne die gefürchtete Treppchenbildung an. Die Ausleuchtung mit insgesamt zehn LED erfolgt sehr gleichmäßig. Nur wenn wir die Maximalhelligkeit einstellen, lassen sich einzelne Lichthöfe auf dem E-Ink-Display an der rechten Seite erkennen. Dann aber strahlt der Oasis so hell, dass es fast in den Augen schmerzt. Subjektiv ist die Beleuchtung noch einmal deutlich stärker, als beim aktuellen Kindle Paperwhite. Eine automatische Anpassung der Helligkeit bietet der Oasis nicht an. Dafür lässt sich die Hintergrundbeleuchtung bei Bedarf komplett ausschalten, was bei den Vorgängermodellen nicht immer möglich war.

Neue Schriften und Leistung

Die mit dem Amazon Kindle Paperwhite eingeführte Schriftart "Bookerly" bietet der Oasis selbstverständlich ebenso wie die bereits von anderen Amazon-Readern bekannten Schriften an. Neu hinzugekommen ist "Amazon Ember".

Die besten E-Book-Reader im Test

Wir haben viele E-Book-Reader verschiedener Hersteller getestet. Hier findet ihr die Ergebnisse.


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Egal ob wir die seitlichen Hardwaretasten oder den Touchscreen zum Blättern verwenden - die Wartezeiten fallen gering aus. Auch bei der Eingabe von Text über die virtuelle Tastatur kommt es nicht zu störenden Verzögerungen. Der verbaute Freescale-Prozessor mit einem Gigahertz genügt in Kombination mit 512 Megabyte Arbeitsspeicher für den Einsatz in einem E-Book-Reader vollkommen. Hinzu kommen vier Gigabyte Gerätespeicher, der sich nicht erweitern lässt und von dem ab Werk dem Nutzer knapp drei Gigabyte zur freien Verfügung stehen.

Die von Amazon versprochen Akkulaufzeit von "mehreren Monaten" lässt sich in diesem Test nur schwer nachvollziehen. Wir nutzten den voll geladenen Oasis mit voll geladener Akkuhülle in einem Zeitraum von zwei Wochen täglich für etwa eine halbe Stunde bei einer aktivierten Beleuchtung im unteren Drittel. Am Testende vermeldete die Akkuhülle eine Restkapazität von unter zehn Prozent und verlangte nach einer Steckdose. Der Akku im Kindle selbst verfügte noch über 84 Prozent seiner Reserven.

Seit Ende November 2017 gibt es den neuen, wetterfesten Kindle Oasis.
Seit Ende November 2017 gibt es den neuen, wetterfesten Kindle Oasis. (Quelle: Amazon)

Der neue Kindle Oasis (seit Herbst 2017) im Test - wo liegen die Unterschiede zum Vorgänger?

Im Herbst 2017 stellte Amazon den "neuen, wetterfesten Kindle" vor. Äußerlich bleibt vieles, aber längst nicht alles beim Alten. Dennoch hat der seit dem 21. November erhältliche neue Kindle Oasis ein paar höchst willkommene Zusatzfeatures an Bord. Die wichtigsten im Überblick:

  • Größeres Display (7 statt 6 Zoll), die Auflösung bleibt gleich
  • Wasserfest nach IPX8
  • Längere Akkulaufzeit (größeres Display gleich weniger Umblättervorgänge)
  • Mehr LED (12 statt 10) für eine bessere Hintergrundausleuchtung
  • 8 oder 32 Gigabyte Speicherplatz
  • Bluetooth-Modul zum Streamen von Audible-Hörbüchern an Kopfhörer oder Speaker
  • Die Hülle ist nun anders gestaltet und enthält keinen Zusatzakku mehr

Den neuen Amazon Kindle Oasis gibt es seit dem 21. November im Handel. Eine Version mit goldfarbenem Gehäuse folgte im März. Der Basispreis liegt bei 230 Euro für die Version mit 8 Gigabyte großem Speicher. Wer, vielleicht auch mit Blick auf das ein oder andere speicherintensive Hörbuch, zur 32-Gigabyte-Variante greift, zahlt 259 Euro. Nach wie vor gibt es den Oasis auch mit eingebautem 3G-Modul (Whispernet). Diese stets mit 32 Gigabyte bestückte Variante schlägt mit 320 Euro zu Buche. Zusätzliche Kosten für die Datenübertragung fallen dann aber nicht an.

Den neuen Amazon Kindle Oasis gibt es in zwei verschiedenen Farben. Auf eine Akku-Hülle ist er nicht mehr angewiesen.
Den neuen Amazon Kindle Oasis gibt es in zwei verschiedenen Farben. Auf eine Akku-Hülle ist er nicht mehr angewiesen. (Quelle: Amazon)

Auch dieses Modell liegt uns zum Test vor. Die Vorzüge des nach wie vor knackscharfen, aber nun größerem Display fallen sofort ins Auge. Es passt deutlich mehr Text auf eine Seite. Nach wie vor ist die Verarbeitung tadellos.

Der neue Kindle Oasis liegt schlechter in der Hand

Im neuen, größeren Oasis fand Amazon auch Platz für eine größere Batterie. Was gut klingt, birgt jedoch auch einen Nachteil. So wächst das Gewicht auf knapp 200 Gramm an. Aus dem faszinierenden Leichtgewicht Kindle Oasis I wird ein normal schwerer Kindle Oasis II. Dafür müsst ihr nur noch einen Akkustand im Blick behalten. Die vormals essentielle Hülle (hier war ja der Zusatzakku integriert) ist nicht mehr nötig. Ihr könnt optional natürlich dennoch eine Hülle kaufen, die jedoch nicht über einen Akku verfügt. Damit gehört er zu den schwereren Readern am Markt, ein entspanntes Überkopflesen ist nur noch bedingt möglich.

Gut gefällt uns, dass der beste Amazon-Reader nun über ein eingebautes Bluetooth-Modul verfügt. Doch der Oasis ist wählerisch: Ausschließlich Hörbücher vom Partner Audible schickt er in den Äther. Wir begrüßen das Bluetooth-Modul ausschließlich, doch so ganz erschließt sich uns der Sinn nicht. Denn der E-Reader hat keinen Lautsprecher verbaut, ist also auf einen Bluetooth-Speaker oder einen kompatiblen Kopfhörer angewiesen. Dann können wir eigentlich auch gleich das Smartphone benutzen ...

Amazon Kindle Oasis: Fazit

Faszinierend gut, unglaublich teuer 8.9/10

Wir waren fasziniert vom ersten Amazon Oasis. Das Konzept eines flachen, sehr leichten Readers, der einen Großteil seiner Akkureserven in einer edlen Hülle auslagert, empfanden wir im Alltag als weniger gewöhnungsbedürftig als zunächst angenommen. Der seit Ende 2017 erhältliche Nachfolger bietet zwar das größere Display, ist wasserfest und hat Bluetooth - doch ist auch schwerer und nicht mehr ganz so faszinierend. Dennoch gehört er zu den besten E-Readern auf dem Markt.

Das hat uns gefallen

  • Design und Verarbeitung
  • Gewicht (bis Ende 2017)
  • Bildschirm
  • Bluetooth-Modul (nur ab Ende 2017)

Das hat uns nicht gefallen

  • nur 2017er-Variante ist wasserdicht
  • Akkulaufzeit ohne Hülle
  • keine Lautsprecher integriert
Testnote 8,9 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
9,0 / 10
Design/Verab.
9,0 / 10
Anzeige
8,0 / 10
E-Book-Store
7,0 / 10
Bedienung
7,0 / 10
Software
Informationen zum Leihgerät

Der Kindle Oasis wurde uns leihweise von Amazon Deutschland zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird er wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

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Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

8
Leserwertung

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Bestenlisten

Amazon Kindle Oasis wurde in folgende E-Book Reader-Bestenlisten einsortiert.

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Internet, Testbericht, Amazon, E-Book Reader, Amazon Kindle, Hersteller-Verzeichnis und Amazon Kindle Oasis.

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