Beyerdynamic Amiron Wireless im Test: Bluetooth-Kopfhörer "Made in Heilbronn"

Mit Tesla-Treibern aus der Theresienstraße

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von Michael Knott
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Made in Germany: Der Amiron Wireless entsteht bei Beyerdynamic in Heilbronn. Im Test hinterlässt er einen guten Eindruck.

Trockener Puncher und sphärischer Klang-Banger: Der Bluetooth-Kopfhörer Beyerdynamic Amiron Wireless will dank Tesla-Treibern und einer App, die eure Hörgewohnheiten erforscht, das ganz breite Einsatzspektrum bieten. Das und mehr werden wir im Test des nicht gerade günstigen, kabellosen Over-Ear-Kopfhörers überprüfen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design, Verarbeitung und Lieferumfang
  2. Passform
  3. Hörtest
  4. Das ist uns sonst noch aufgefallen
  5. Fazit & Alternativen

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 699 Euro fällt dieser Test-Kopfhörer in die gehobene Mittelklasse. Hier ist es vergleichsweise still. Eine Klasse darunter, bei den Kopfhörern bis 450 Euro, herrscht gefühlt ein reges Treiben. Dort tummelt sich auch der von uns bereits ausführlich getestete Aventho Wireless On-Ear-Kopfhörer von Beyerdynamic - wenn man so will, das Schwestermodell des Amiron Wireless.

Während der Aventho Wireless eher für Pendler und mobile Menschen entwickelt wurde, sieht der Hersteller aus Heilbronn den Amiron Wireless vornehmlich in den eigenen vier Wänden des Käufers im Einsatz. Dank Bluetooth-Funk stört ihn hier kein Kabel. Auf Wunsch lässt sich der Beyerdynamic-Kopfhörer aber auch ganz klassisch schnurgebunden mit einem Zuspieler in Verbindung bringen.

Design, Verarbeitung und Lieferumfang

Ein passendes Kabel findet sich sicherheitshalber direkt im Lieferumfang. In dieses ist sogar eine Kabelfernbedienung eingebaut. Letztere braucht ihr nicht, wenn ihr den Amiron im Drahtlosmodus betreibt. Dann könnt ihr die Lautstärke und den Titelsprung nämlich über die rechte Ohrmuschel steuern, die über ein Sensorfeld verfügt. Hierfür ist kaum Eingewöhnungszeit notwendig, da die Fläche nicht überempfindlich wie bei manch einem Konkurrenten agiert. Falls doch - über die passende App lässt sich die Empfindlichkeit regeln.

Beyerdynamic Amiron Wireless

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Dass der Amiron für den sicheren Heimathafen und nicht etwa den rauen Großstadtdschungel entwickelt wurde, sieht man ihm schnell an, etwa beim Blick auf den Bügel. Hier kommt weiches Alcantara zum Einsatz, das man besser keinem Starkregen aussetzen möchte.

Wir haben es nicht ausprobiert sind uns aber ziemlich sicher, dass das Testgerät ein versehentliches Draufsetzen klaglos überstehen würde. Das uns vorliegende Rezensionsexemplar wurde augenscheinlich mit großer Sorgfalt zusammengesetzt, ohne dabei protzig zu erscheinen. Produktionsfehler oder auffällige Spaltmaße gibt es hier nicht.

Wer mit dem Beyerdynamic Amiron Wireless auf Reisen gehen möchte, packt ihn in das im Lieferumfang enthaltene, angeschrägte, ansonsten jedoch unauffällige Transportcase. Dort findet sich zudem das zum Aufladen benötigte USB-Type-C-Kabel.

Passform

Mit einem Gewicht von 382 Gramm gehört der Amiron Wireless wahrlich nicht zu den Kopfhörerleichtgewichten. Das muss er aber auch gar nicht. Denn schon als wir den geschlossenen Bluetooth-Kopfhörer das erste Mal aufsetzten war schnell klar: Hier kommt es nicht auf das Gramm an. Zu bequem schmiegen sich Ohrmuscheln und Bügel an unseren Kopf.

Den Anpressdruck empfinden wir als genau richtig, sodass auch nach einer mehrstündigen, sommerlichen Hörsession zwar leichte Schweißperlen auf der Stirn, jedoch keine Druckstellen oder ein Gefühl der Enge eintreten. Die Brillenträger in der Redaktion lobten den Tragekomfort dafür ebenso.

Dieser ließe sich unserer Meinung nach steigern, wenn man getreu dem vom Hersteller selbst gesetzten Motto "Room to Move" den Ohren noch ein wenig mehr Raum ließe. So kollidiert ein Teil unserer nicht genormten Ohren ganz leicht mit dem innenliegenden Polster.

Hörtest

Dass das Testgerät nicht mit Ramschware vom Discounter in Verbindung gebracht werden sollte, unterstreicht ein Blick auf die technischen Daten beziehungsweise die unterstützten Codecs. So kommt der Amiron Wireless nicht nur mit Qualcomms aptX-, aptX LL- und aptX HD-Codes sondern auch mit Apples AAC und SBC klar. Selbstverständlich setzt das Unternehmen darüber hinaus auf die selbst entwickelten Tesla-Treiber. Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:

  • Übertragungsbereich: 5 bis 40.000 Hertz
  • Nennimpedanz: 32 Ohm
  • Kennschalldruckpegel: 100 dB
  • Klirrfaktor: < 0,05% bei 500 Herz
  • Unterstützte Codecs: aptX, aptX LL, aptX HD, AAC, SBC, HiRes Audio

Der Klang lässt sich mit Hilfe der Beyerdynamic-App MIY (Android und iOS, kostenlos), die in Zusammenarbeit mit Mimi Hearing Technologies aus Berlin entstanden ist, anpassen. Dazu führt ihr im ersten Schritt einen etwa zehnminütigen Hörtest durch. Unsere Erfahrungen mit dem Hörtest, der App und wie sich das Ganze auf den Klang auswirkt könnt ihr an dieser Stelle beim Test des Aventho Wireless nachlesen. Die dort gemachten Erfahrungen lassen sich 1:1 auf den Amiron Wireless übertragen.

Der Klang des Beyerdynamic-Kopfhörers haut uns nicht direkt aus dem Ohrensessel. Gefühlt und bei deaktiviertem MIY-Profil wirkt er sogar ein wenig saft- und kraftlos. Nach mehreren Stunden hat der Amiron sich eingespielt und wir haben unser Profil in der App hinterlegt, dann klingt die Sache schon ganz anders.

Björks "Stonemilker" zeigt sich als gute Wahl. Die luftige Art und Weise, wie der Amiron die seidige Stimme der Isländerin transportiert, erinnert uns entfernt an den Audeze EL-8 Titanium. Wir haben fast die Befürchtung, dass der Testkopfhörer die Sache zu analytisch und klar angeht.

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Das zerstreut sich, als mit "Open Eye Signal" von Jon Hopkins ein bassstarker Track folgt. Wummernd - und nicht wie 90 Prozent aller anderen Kopfhörer - krächzend bauen sich die tiefen Frequenzen auf und überschlagen sich auch auf hoher Lautstärke nicht. Schön! Wenngleich wir uns gerade jetzt eine höhere Maximallautstärke gewünscht hätten.

Im weiteren Verlaufe unserer Test-Wiedergabeliste stoßen wir immer wieder an den Begrenzer. Andere Bluetooth-Kopfhörer wie der zuletzt von uns getestete Sony WH-1000X M3 sind lauter, färben den Klang jedoch auch deutlich mehr ein. Der Beyerdynamic Amiron Wireless zeigt sich im Test als neutraler Vertreter seiner Art - und diese Eigenschaft wird die audiophile und solvente Käuferschaft zu schätzen wissen.

Die passive Abschirmung vor der Umwelt gelingt dem Kopfhörer gut, über ein eingebautes Noise Cancelling (ANC) verfügt das Gerät jedoch nicht. Außerdem gelingt es Nebenstehenden bei höheren Lautstärken recht leicht, die eingelegte Musik zu erraten. Was in der Bahn nervig sein kann, ist in den heimischen vier Wänden jedoch verkraftbar.

Das ist uns sonst noch aufgefallen

  • Der Kopfhörer lässt sich per Firmware-Udpate mit neuen Funktionen versehen.
  • Der Hersteller verspricht eine Akkulaufzeit von "mehr als 30 Stunden". Das haben wir im Test nicht überprüft.
  • Eine Stimme gibt auf beim Einschalten Auskunft über die verbleibende Akkukapazität. Dies funktioniert jedoch nur in englischer Sprache.
  • Ein langer Druck auf die einzige Taste schaltet den Kopfhörer ein oder aus beziehungsweise ruft Siri / den Google Assistant auf.

Beyerdynamic Amiron Wireless: Fazit

Kabellos auf hohem Niveau 8/10

Tolle Verarbeitung, exzellenter Tragekomfort: Der Beyerdynamic Amiron Wireless ist ein Bluetooth-Kopfhörer, der im Test kaum Schwächen zeigt. Man könnte ihm ankreiden, dass er ein wenig nüchtern klingt, aber das lässt sich mit einem Equalizer polieren. Ein wenig mehr Lautstärkereserven hätten ihm gut zu Gesicht gestanden. Doch für das bewusste, kabellose Musikhören in den eigenen vier Wänden ist er eine sehr gute Wahl.

Das hat uns gefallen

  • Neutraler, stimmiger Klang
  • Sehr gute Passform
  • Verarbeitung auf Manufaktur-Niveau

Das hat uns nicht gefallen

  • Maximallautstärke
  • Manch einem zu nüchtern
  • Schaltet sich nicht von alleine ab
Testnote 8,0 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
9,0 / 10
Klang
9,0 / 10
Tragekomfort und Verarbeitung
7,0 / 10
Ausstattung
Informationen zum Leihgerät

Der Kopfhörer wurde uns direkt von Beyerdynamic zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird er wieder an den Hersteller zurückgegeben.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

10
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Bestenlisten

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