Changers im Test: Solar-Ladegerät mit Social-Media-Anschluss

Ökologisch sinnvoll handeln und Prämien abstauben

Die Idee hinter Changers ist bemerkenswert und unterstützenswert zugleich: Mit Hilfe der Sonne erzeugen Nutzer Strom, der in einem mobilen Akku gespeichert wird. Schließt man den Akku anschließend an einen Rechner an, kann das eingesparte CO2 gegen nachhaltige Dienstleistungen eingetauscht werden. Netzwelt macht den Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Kalhuohfummi - der externe Akku
  2. Maroshi - die Solarzelle
  3. Das Starter Kit im Alltag
  4. Anschluss an den Rechner
  5. Fazit

Mit dem Starter-Kit von Changers können Nutzer nicht nur ihren eigenen Strom per Solarzelle produzieren. Schließt man den "intelligenten" Akku nach dem Ladevorgang an einen Computer an, überträgt dieser die erzeugte Energiemenge an ein Webportal. Besonders fleißige Stromerzeuger sammeln Punkte und können diese gegen Produkte und Dienstleistungen eintauschen. Im Test hinterlässt das System einen sehr guten Eindruck.

Sonnenlicht als kostenlose Energiequelle nutzen: netzwelt testet das Starter-Kit von changers.
Sonnenlicht als kostenlose Energiequelle nutzen: netzwelt testet das Starter-Kit von changers.

Smartphones, Tablets und Digitalkameras verlangen stetig nach Strom. Knifflig wird es immer dann, wenn gerade keine Steckdose in der Nähe ist. Dann helfen mobile Zusatzakkus aus. Doch auch die Kapazität der externen Akkus ist irgendwann erschöpft. Wer dann kostenlos per Sonnenenergie nachtanken kann, hat gut lachen. Changers, ein Startup aus Berlin, geht sogar noch einen Schritt weiter und belohnt umweltfreundliche Stromerzeuger. Sie erhalten für jede erzeugte Wattstunde einen so genannten Changers Credit, den Sie auf einem Marktplatz gegen nachhaltige Produkte und Dienstleistungen eintauschen können.

Kalhuohfummi - der externe Akku

Das Starter Kit, welches Changers derzeit für 149 Euro im eigenen Online-Shop anbietet, besteht aus dem mobilen Akku, der den ulkigen Namen "Kalhuohfummi" trägt. Er ist etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel (9,6 x 8,25 x 2,0 Zentimeter) und wiegt 162 Gramm. Leider ist er nicht wasserfest - beim Einsatz im Freien ist also eine gewisse Umsicht geboten, ein paar Regentropfen sollten ihm aber dennoch nichts ausmachen. Drückt man den einzigen Knopf auf der Oberseite, gibt Kalhuohfummi per LED Auskunft über die gespeicherte Energiemenge oder den aktuellen Effektivitätsgrad der Einspeisung.

Die Verbindung zur Solarzelle mit dem Namen "Maroshi" erfolgt über ein vom Akku abnehmbares Kabel, das jedoch mit der Solarzelle fest verbundenen ist. Zusätzlich finden sich am Akku ein USB-Port in Standard-Größe sowie eine Micro-USB-Schnittstelle zum Anschluss an den Rechner - und zum Auslesen der erzeugten Wattstunden. Gadgets wie Smartphones und Kameras lassen sich direkt über den USB-Ausgang oder mit Hilfe beiligender Adapter laden.

Changers Solarladegerät im Test

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Maroshi - die Solarzelle

Besonders leicht (105 Gramm) und dünn fällt die eigentliche Solarzelle Maroshi aus. Sie ist etwa 37,0 x 19,1 x 0,2 Zentimeter groß. Die mit Solarzellen bestückte Fläche ist jedoch ein wenig kleiner, da ein bis zu drei Zentimeter dicker Rand hinzukommt. Dort bringt der Hersteller zwei abnehmbare Saugnäpfe sowie das fest installierte Stromkabel unter. Die Zelle macht einen robusten, wetterfesten Eindruck und lässt sich sogar bis zu einem gewissen Punkt gefahrlos dehnen, wenngleich der Hersteller davon abrät, es hierbei zu übertreiben. Staub und Schmutz lässt sich einfach mit einem feuchten Tuch abwischen.

Maximal liefert Maroshi eine Leistung von vier Watt. Bei optimaler Sonnenlichteinstrahlung erzeugt die Solarzelle dann 0,24 Ampere Strom. Die Höchstspannung beträgt 16,5 Volt.

Das Starter Kit im Alltag

Im an dieser Stelle getesteten Starter Kit sind alle notwendigen Komponenten für die mobile Stromerzeugung enthalten. Die Solarzelle lässt sich mit Hilfe der mitgelieferten Saugnäpfe leicht an einer ebenen Fläche wie einer Fensterscheibe platzieren. Alternativ lassen sich die Saugnäpfe auch entfernen. Dann reicht etwa eine Kordel aus und Maroshi findet schnell an einem Rucksack Platz. Das knapp zwei Meter lange Kabel ist ausreichend bemessen um den Akku dann vor Feuchtigkeit geschützt im Inneren des Rucksackes zu platzieren. Bei Bedarf lässt sich auch eine zweite Solarzelle für den Parallel-Betrieb anschließen. Dazu ist ein neun Euro teures Zubehör notwendig.

Die Energiegewinnung lässt sich in Echtzeit am Akku auslesen. Je stärker die Sonnenlichteinstrahlung ist, desto schneller blinken die am Akku verbauten LED. Jedoch benötigt die Solarzelle viel direktes Sonnenlicht, um wirklich effektiv zu arbeiten. Aber auch bei Teilbeschattung erzeugt die Zelle laut LED-Anzeige Strom.

Bei optimaler Sonnenlichteinstrahlung soll die Solarzelle den Akku mit einer Kapazität von 4.400 Milliamperestunden innerhalb von vier Stunden aufladen. Diesen Wert konnte netzwelt nicht ganz erreichen.
Bei optimaler Sonnenlichteinstrahlung soll die Solarzelle den Akku mit einer Kapazität von 4.400 Milliamperestunden innerhalb von vier Stunden aufladen. Diesen Wert konnte netzwelt nicht ganz erreichen.

Bei optimaler Sonnenausbeute soll die Solarzelle den Akku innerhalb von vier Stunden voll aufladen. Dann stehen 4.400 Milliamperestunden zum Laden der mobilen Gadgets zur Verfügung. In der Praxis konnte netzwelt diese Zeit leider nicht ganz erreichen. Trotz seltenem Traumwetter in Hamburg vergingen zwischen fünf und sieben Stunden, um den Akku vollständig zu laden. Bei wolkenverhangenem Himmel mit nur gelegentlichem direkten Sonnenschein wird es daher schwierig, den mobilen Stromspeicher innerhalb eines Tages vollständig aufzuladen. Dennoch: Auch bei geringer Sonnenlichteinstrahlung erzeugt das Panel Strom. Alternativ kann der Akku auch über eine Steckdose wieder aufgeladen werden.

Anschluss an den Rechner

Für die Nutzung der Online-Funktionen ist zunächst eine kostenlose Registrierung sowie der Download einer Software notwendig. Letztere steht für Windows, Mac OS X und Linux zur Verfügung.

Nach einer einmaligen Initialisierung des Akkus lassen sich die Daten fortan einfach per USB übertragen. Zudem ist es möglich, anderen Nutzern wie in einem Sozialen Netzwerk zu folgen, das eingesparte CO2 zu vergleichen und so an einer Art Wettbewerb teilzunehmen. Zusätzliche Motivation liefern die eher von Videospielen bekannten Awards -  umweltfreundliche Stromerzeugung mit Langzeit-Motivation!

Die erzeugte Energie kann unter changers.com in so genannte Credits umgerechnet werden, welche sich wiederum für Dienstleistungen und Waren eintauschen lassen. 100 Credits entsprechen 10 Euro. Für 59 Credits lassen sich derzeit etwa CO2-neutral Pakete über DHL GoGreen verschicken oder Ausgaben von Zeitschriften erwerben.

Fazit

Die Idee hinter Changers ist bemerkenswert und unterstützenswert zugleich. Zwar liefern auch andere mobile Solargeräte kostenlosen Strom, bislang verwebt aber kein anderer Solarlader ökologisches Verantwortungsbewusstsein so gekonnt mit Prämien und Goodies zur Langzeitmotiviation. Das Befüllen von Kalhuohfummi ist eine Art Spiel, welches nicht nur der Umwelt im Allgemeinen, sondern auch dem ökologischen Gewissen des Anwenders im Besonderen zugute kommt. Mit diesem Hintergrund geht auch der Preis für das Starter-Kit vollkommen in Ordnung. Für zukünftige Versionen wäre eine wasserfeste Version von Kalhuohfummi wünschenswert.

Einen Vergleichstest mit anderen Solarladegeräten hat netzwelt an dieser Stelle bereits veröffentlicht.

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