Dell 27 Ultrathin im Test: Kaum Ränder, kaum HDR beim dünnsten Monitor der Welt

S2718D mit "falschem" HDR-Modus

Dell 27 Ultra Thin S2718D 5

Rund 600 Euro verlangt Dell für diesen 27-Zoll-Monitor. Dafür ist der S2718D laut Dell aber auch der dünnste Monitor der Welt. Wir blicken im Test auf ein nahezu randloses InfinityEdge-Display. Ist der ultraflache Bildschirm mit "Dell HDR"-Unterstützung und USB-C-Anschluss eine Überlegung wert?

Inhaltsverzeichnis

  1. Technische Daten Dell 27 Ultrathin (S2718D)
  2. Design: Beyond Infinity
  3. Ergonomie: Es fehlt ihm an Höhe
  4. Bedienung und Menüführung
  5. Bildeindruck und Stromverbrauch
  6. Echtes HDR oder "Dell HDR"?
  7. Fazit

Die ursprüngliche, unverbindliche Preisempfehlung des Dell Ultrathin-Monitors betrug 779 Euro. Knapp 800 Euro für einen mit 27 Zoll verhältnismäßig kleinen Bildschirm? Da müssen wir erst einmal schlucken, auch wenn das Gerät inzwischen im Dell-Shop für 600 Euro verkauft wird. Schließlich verbaut Dell weder ein 4K- noch kostspieliges OLED-Panel und die Bildschirmoberfläche ist ebenfalls nicht gekrümmt. Das Testgerät will also mit anderen Eigenschaften punkten.

Technische Daten Dell 27 Ultrathin (S2718D)

  • Diagonale: 27 Zoll (68,6 Zentimeter)
  • Panel: IPS
  • Auflösung: 2.560 x 1.440 (60 Hertz)
  • Helligkeit: 300 Candela pro Quadratmeter
  • Reaktionszeit: 6 Millisekunden
  • Kontrast: 1.000:1 (statisch), 8.000.000 / 1 (dynamisch)
  • Anschlüsse: HDMI, USB-C, Kensington, 2 x USB 3.0, Audio
  • Lieferumfang: Netzteil, HDMI-Kabel, USB-C-Kabel

Design: Beyond Infinity

Das grundlegende Prinzip der Infinity-Displays von Dell kennen wir bereits von diesem Notebook. Da ist es nur konsequent, dass Dell es für die Monitor-Reihe adaptiert. Das 27 Zoll messende Display des Testgerätes wird von einem hauchdünnen Rahmen gehalten. Hinzu kommen schwarze Balken.

Rahmen und Balken addieren sich aber gerade einmal auf 0,7 Zentimeter. Nach einem einminütigen Blick auf die Bildschirminhalte vergesst ihr daher fasst, dass dieser Monitor überhaupt so etwas wie einen Rahmen besitzt.

Dell 27 Ultra Thin S2718D in Bildern

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Vom bemerkenswerten Rahmen einmal abgesehen, überzeugt auch das restliche Design. Dell montiert das Display auf einem stabilen Standfuß aus silberfarbenem Metall. Auf dessen Rückseite findet ihr sämtliche Anschlüsse. Besonders hervorzuheben ist hier natürlich der USB C-Port. Er erlaubt euch den Anschluss entsprechender Hardware mit nur einem Kabel, durch das gleichzeitig auch noch Strom fließt. Leider hat der Hersteller es nicht geschafft, im Standfuß auch das Netzteil unterzubringen. Dieses liegt separat bei.

Die Verarbeitung des Monitors ist Dell-typisch auf einem sehr hohen Niveau. Wir können weder auffällige Spaltmaße noch sonstige Unregelmäßigkeiten entdecken. Nicht so gut gefällt uns die filigrane Aufhängung des 27-Zöllers. Wer gerne etwas fester auf die Tastatur einhämmert, muss mit einem wippenden Monitor rechnen. Hier hätten wir uns eine starrere Verbindung gewünscht.

Ergonomie: Es fehlt ihm an Höhe

Der Dell 27 Ultrathin lässt sich um 90 Grad schwenken und in einem Neigungswinkel zwischen -5 und +21 Grad verstellen. Aber leider lässt sich die Höhe nicht variieren. Das Display schwebt daher stets etwa zehn Zentimeter über der Schreibtischplatte.

Aus ergonomischer Sicht solltet ihr den Bildschirm daher besser noch auf ein Podest stellen, um auf Dauer keine Nackenschmerzen zu bekommen. Schade, denn der Platz auf der Rückseite für eine Höhenverstellung wäre prinzipiell vorhanden gewesen.

Bedienung und Menüführung

Den Trend der Eintastenbedienung bei Monitoren, wie sie etwa bei Modellen von LG oder Samsung zu finden ist, geht Dell beim S2718D nicht mit. Stattdessen könnt ihr eure Finger über vier Hardwaretasten austoben lassen, die im Standfuß eingebaut sind.

Dell macht die derzeit bei der Konkurrenz angesagte Joystick-Bedienung nicht mit.
Dell macht die derzeit bei der Konkurrenz angesagte Joystick-Bedienung nicht mit. (Quelle: netzwelt)

Die Knöpfe verfügen über einen guten Druckpunkt und sind als so genannte Soft Keys ausgelegt. Je nachdem, in welcher Menüebene ihr euch befindet, wechselt die Belegung. Uns gefällt eine Joystick-Lösung besser, da die Augen beim Dell-Monitor stets vom Bildschirminhalt zu den Tasten hin und her springen müssen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase solltet ihr damit aber klar kommen.

Bildeindruck und Stromverbrauch

Subjektiv gelingt dem Dell 27 Ultrathin vor allem die Farbwiedergabe sehr gut. Beim Eizo Monitor Test ließen sich zudem sämtliche Grauabstufungen fein voneinander abgrenzen. Die Ausleuchtung erfolgt sehr regelmäßig. Störende Lichthöfe können wir mit bloßem Auge selbst bei vollflächig tiefschwarzen Inhalten nicht ausmachen.

Dank des verwendeten IPS-Panels kommt es im Alltag eigentlich nie zu Farbverfälschungen. Setzen wir uns aufrecht vor den Monitor, müssen wir den Kopf jedoch nach unten neigen. Dann bemerken wir einen Helligkeitsabfall im unteren Monitor-Bereich bei der Darstellung von großflächigem Weiß. Dies ist allerdings unkritisch und wird im Normalfall nicht bemerkt.

Natürlich bietet der Bildschirm auch eigene Farb-Presets, die ihr im Menü abrufen könnt. Die Unterschiede sind deutlich sichtbar. Euch stehen die Presets "Standard", "Multimedia", "Movie", "Movie HDR", "Game", "Game HDR", "Warm", "Cool" und "Custom" zu Verfügung. Mit "ComfortView" bietet das Dell-Gerät darüberhinaus einen Modus, der den Blaulichtanteil reduziert. Das funktioniert ganz ähnlich, wie bei Night Shift.

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Der Stromverbrauch im Standard-Modus liegt typischerweise zwischen 29 und 35 Watt, im Stand-By-Betrieb sinkt er unter ein Watt.

Echtes HDR oder "Dell HDR"?

Lasst euch nicht täuschen: Dieser Dell-Monitor unterstützt nur eine Farbtiefe von 8 Bit, bietet eine Maximal-Helligkeit von 300 Candela pro Quadratmeter und keine 4K-Unterstützung. Der HDR10-Standard jedoch verlangt nach deutlich mehr Helligkeit und einer Farbtiefe von 10 Bit. Von einer HDR-Unterstützung kann daher keine Rede sein, auch wenn ihr wie erwähnt im Menü verschiedene HDR-Modi (Spiele, Filme) vorfindet.

Daher spricht der Hersteller auch vom "Dell HDR"-Modus. Das empfinden wir als Mogelpackung. Es kommt eine Software zum Einsatz, die das Bildergebnis an ein HDR-Erlebnis anzugleichen versucht - nicht mehr. Die Unterschiede sind wahrnehmbar, reichen an echtes HDR aber nicht heran.

Dell 27 Ultrathin (S2718D): Fazit

HDR bedeutet bei Dell nicht HDR 6.5/10

Stellt euch den Dell 27 Ultrathin S2718D auf den Schreibtisch und neidische Blicke sind euch gewiss. Doch nicht nur die äußeren Werte überzeugen, sondern auch die Darstellungsqualität. Schade, dass der Monitor so dicht über der Schreibtischkante schwebt und keine Höhenverstellung bietet. So muss er zwangsläufig auf ein Podest gestellt werden, was die gelungene Optik wieder sabotiert. Die in unseren Augen irreführende Bezeichnung rund um den HDR-Modus führt zu einer Abwertung.

Das hat uns gefallen

  • extrem flach
  • gute Verarbeitung
  • randloses Display
  • Bildeindruck
  • USB-C-Verbindung

Das hat uns nicht gefallen

  • keine Lautsprecher
  • "falsches" HDR-Versprechen
Testnote 6,5 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
9,0 / 10
Design und Verarbeitung
6,0 / 10
Ergonomie
6,0 / 10
Menüführung
7,0 / 10
Bildqualität
0,0 / 10
Lautsprecher
Informationen zum Leihgerät

Der Dell 27 Ultrathin wurde uns von Dell leihweise zu Verfügung gestellt und wird nach Testende wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

7
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