Vergleich Tolino versus Kindle: E-Book-Reader im Test

E-Book-Reader im Test

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von Alexander Kant
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Die Bibliothek immer auf Reisen mit dabei haben, das wünschen sich viele eifrige Leser von großen Romanen. Zum Glück gibt es E-Book-Reader, auf denen ihr elektronische Bücher lesen könnt. Sie sind leicht, handlich und es passen mehr Bücher auf den Speicher des Readers, als zu Hause ins Regal. Doch solltet ihr besser zu Amazons Kindle oder zu einem Tolino-Reader greifen? Unser Vergleich verrät es euch.

Auf der Suche nach einem passenden E-Reader? Wir erklären, was es zu beachten gilt.
Auf der Suche nach einem passenden E-Reader? Wir erklären, was es zu beachten gilt. (Quelle: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. Amazon oder Tolino?
  2. So testet netzwelt
  3. Das sind die besten E-Reader
  4. Die besten Alternativen
  5. Testfeld im Überblick

E-Books haben sich inzwischen als neues Format für Leseratten etabliert und jährlich kommen neue E-Book-Reader mit mehr Komfort für den Leser auf den Markt. Da ist es schwer, als Nutzer den Überblick zu bewahren. Wir haben für euch verschiedene Modelle getestet und verglichen. Mit unserer Hilfe findet ihr das richtige Modell. Der deutsche Markt für E-Reader wird von zwei Anbietern dominiert: Amazon und der Tolino-Allianz, einem Zusammenschluss von führenden deutschen Buchhändlern. Beide Anbieter verkaufen dabei nicht nur Geräte, sondern stellen auch ein entsprechendes Ökosystem bereit, an das die Hardware gekoppelt ist. Kompatible sind diese Systeme nicht. Mit dem Kauf eines Amazon Kindles oder Tolinos entscheidet ihr euch also nicht nur für ein Gerät, sondern auch für ein Ökosystem. Mit Ökosystem sind in diesem Fall vor allem die Bezugsquellen gemeint, aus denen ihr E-Books auf euren Reader laden könnt.

Amazon oder Tolino?

Während die Tolino-Allianz auf ein offenes Ökosystem im Bereich E-Book setzt, ist das Amazon-System eher geschlossen. Welches System zu euch passt, müsst ihr selber herausfinden. Wir zählen euch die Vor- und Nachteile der beiden Systeme nachfolgend auf:

  • Die Tolino-Allianz setzt auf eine weniger enge Bindung an einen bestimmten Shop. So könnt ihr in verschiedenen Buchläden einkaufen. Ihr seid also zum Beispiel nicht gezwungen bei Thalia eure E-Books zu kaufen, nur weil ihr den E-Book-Reader dort gekauft habt. Ihr habt zudem dank Unterstützung von EPUB-, PDF-, TXT-Format und Adobe DRM-Kopierschutz die Möglichkeit E-Books aus weiteren Quellen zu beziehen - etwa aus Leihbücherreihen wie Onleihe. Hinzu kommt die mögliche Beratung in den Buchläden der Tolino-Allianz. Anders als bei Amazon, könnt ihr euch persönlich in der Buchhandlung zu einem Buch beraten lassen und es dann auf euer Tolino herunterladen. Hardware-technisch und vom Lesegefühl her hängen die Geräte von Tolino den Kindle-Readern nicht hinterher. Die Software hat hier und da aber noch Macken, mit denen ihr euch arrangieren müsst. Dafür habt ihr die Möglichkeit unterwegs die HotSpots der Deutschen Telekom kostenlos zu nutzen.
  • Amazon hingegen setzt auf ein eigenes geschlossenes System, mit dem eigenen AZW-Format. Dadurch seid ihr an den Amazon-Kindle-Shop gebunden. Neben aktueller Literatur gibt es hier auch eine riesige Auswahl an Selfpublishing-Titeln. Als Prime-Abonnent könnt ihr zudem kostenlos Bücher ausleihen und habt Zugriff auf verschiedene Magazine und Zeitungen. Die Bedienung des Kindles wirkt im Vergleich flüssiger. Zudem bietet Amazon die Geräte gegen Aufpreis mit einem Mobilfunkmodul an, sodass ihr unabhängig von einem WLAN-Netz seid.

So testet netzwelt

Jeder E-Book-Reader wird bei uns auf Praxistauglichkeit hin getestet. Dabei werden alltagstypische Szenarien nachgestellt wie zum Beispiel Lesen in der Bahn, im Bett oder auch ein Falltest. Bei der Bewertung achten wir auf: Display, Verarbeitung und Design, Software und Bedienung sowie den E-Book-Store. Weiterhin fließen zusätzliche Funktionen und das Lesegefühl in die Bewertung ein. Jedes Kriterium wird mit einer Punktzahl von 1 (schlecht) bis 10 (sehr gut) bewertet. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen, falls eines der Kriterien im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist. Wer wir sind, wie wir unsere Testgeräte beziehen und wie sich netzwelt finanziert, erfahrt ihr auf unserer Transparenzseite.

So testen wir

Unsere Tester verschaffen sich zunächst einen Marktüberblick und analysieren alle infrage kommenden Angebote. Die ausgewählten Angebote werden je nach zugehörenden E-Book-Ökosystem getestet. Dabei wird auf Display, Verarbeitung, Bedienung und Software des E-Book-Readers geachtet. Zusätzlich werden noch das Angebot des zugehörenden E-Book-Stores und weitere Funktionen getestet.

100+
Stunden getestet
6
E-Book-Reader getestet

Habt ihr euch für ein Ökosystem entschieden, könnt ihr bei jedem Anbieter zwischen verschiedenen Geräten wählen. Ihr könnt für einen E-Reader 60 Euro oder über 200 Euro bezahlen. Wo liegen die Unterschiede? Aktuelle E-Reader unterscheiden sich kaum voneinander. Fast alle Modelle von Tolino und Amazon weisen mindestens ein 6-Zoll-Display und WLAN auf. Ein 6-Zoll-Display entspricht ungefähr der Größe eines Taschenbuches. Die höherpreisigen Modelle bieten nur Zusatzfeatures, etwa eine Beleuchtung, ein wasserdichtes Gehäuse oder ein größeres Display. Könnt ihr darauf verzichten, weil ihr zum Beispiel nicht im Dunkeln oder in der Wanne lesen wollt, könnt ihr ruhigen Gewissens eines der günstigeren Modelle kaufen. Was es sonst noch beim Kauf eines E-Readers zu beachten gilt, erfahrt ihr auf unserer Übersichtsseite zum Thema E-Reader.

Das sind die besten E-Reader

Das Spitzenmodell von Amazon ist der Kindle Oasis. Er kostet aktuell knapp 230 Euro und überzeugt bereits im Vorjahr im Test mit seinem scharfen 7-Zoll-Display und einem intelligenten Frontlicht. Die 2017-Version ist nun auch endlich wasserdicht. Wer lieber ein Gerät der der Tolino-Allianz bevorzugt, findet im Tolino Epos ein passendes Gegenstück zum Kindle Oasis. Der Reader hat nicht nur ein hochauflösendes 7,8-Zoll-Display, sondern ist auch wasserfest. Ein versehentliches Bad übersteht er also ohne Probleme. Auch ist er trotz des großen Displays angenehm handlich und bietet eine gute Akkulaufzeit. Der Preis beträgt ebenfalls knapp 230 Euro.

  • Design und Verarbeitung
  • Gewicht (bis Ende 2017)
  • Bildschirm
  • Bluetooth-Modul (nur ab Ende 2017)
  • nur 2017er-Variante ist wasserdicht
  • Akkulaufzeit ohne Hülle
  • keine Lautsprecher integriert
  • dank scharfem Display angenehmes Lesegefühl
  • große Shop-Auswahl und Leihbücherei
  • Lesefreiheit dank verschiedener offener E-Book-Formate
  • kostenloser Zugang zu den HotSpots der Deutschen Telekom
  • Wasserdicht bis ein Meter
  • Rückseite anfällig für Schmutz
  • langsame Oberfläche
  • USB-Anschluss muss mit Vorsicht behandelt werden
Zum Testbericht 8.9

Faszinierend gut, unglaublich teuer

Wir waren fasziniert vom ersten Amazon Oasis. Das Konzept eines flachen, sehr leichten Readers, der einen Großteil seiner Akkureserven in einer edlen Hülle auslagert, empfanden wir im Alltag als weniger gewöhnungsbedürftig als zunächst angenommen. Der seit Ende 2017 erhältliche Nachfolger bietet zwar das größere Display, ist wasserfest und hat Bluetooth - doch ist auch schwerer und nicht mehr ganz so faszinierend. Dennoch gehört er zu den besten E-Readern auf dem Markt.

Zum Testbericht 7.7

Größer und besser, aber bei der Geschwindigkeit noch Luft nach oben

Zum Preis von 250 Euro bekommt ihr einen großen, aber erstaunlich handlichen E-Book-Reader. Ein kürzeres Bad kann er ebenso ab, wie einen längeren Urlaub, ohne das ihm der Saft ausgeht. Reisenden innerhalb Deutschlands kommen die Telekom HotSpots und Online-Leihbüchereien gelegen. Auch die Nähe zum Kunden soll nicht unerwähnt bleiben: Wer eine persönliche Beratung zu einem E-Book wünscht, kann einfach in den nächsten Buchladen gehen, der das Tolino Epos mit vertreibt. Wir können den Tolino Epos aber als Alternative zum Amazon Oasis empfehlen.

Die besten Alternativen

Wer ihr nicht allzu viel für einen E-Book-Reader ausgeben möchte, sollte sich den Kindle Paperwhite genauer anschauen. Er kostet nur halb so viel wie der Kindle Oasis bietet aber ebenfalls ein scharfes Display. Dank Hintergrundbeleuchtung könnt ihr auch im Dunkeln lesen, allerdings ist der Screen "nur" sechs Zoll groß, zudem ist der Reader nicht wasserdicht. Auch die Tolino-Allianz hat einen E-Book-Reader für den kleineren Geldbeutel im Angebot. Der Tolino Shine 2 HD bietet ein scharfes 6-Zoll-Display, eine starke Akkulaufzeit sowie Zugang zu den HotSpots der Deutschen Telekom. Verzichten müsst ihr auch hier auf ein wasserdichtes Gehäuse.

  • hohe Display-Auflösung
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • hoher Lesekomfort
  • schnelle Reaktionszeiten
  • abhängig von Amazon als Einkaufsquelle
  • unterstützt nur E-Books im AZW-Format
  • leichte Lichthöfe
  • E-Ink-Carta-Display mit hoher Auflösung
  • Telekom-Hotspot-Netz
  • E-Book-Leihe in deutschem Bibliothekssystem möglich
  • Zentraler Buchshop immer vom Tolino-Händler abhängig
  • schwache Druckpunkte der physikalischen Taste
Zum Testbericht 8.0

Knackscharfes Display und Lesekomfort

Wer noch ein Geschenk zu Weihnachten sucht: Der Kindle Paperwhite in der 3. Generation lohnt sich. Die Änderungen sind marginal, aber fein gesetzt. Das noch mal detailreichere Display und die neue Schriftart hinterlassen einen guten Eindruck. Wer schon einen Kindle Paperwhite hat, kann sich das Upgrade aber sparen.

Zum Testbericht 7.0

Kindle-Alternative mit schärferem Display und schnellerem Prozessor

Das schärfere Display und der schnellere Prozessor des Shine 2HD erhöhen den Lesekomfort deutlich. Wer den Wasserschutz und die Weiterblättern-Funktion Tap2flip vom Bruder-Modell Vision 3HD nicht braucht, sollte beim Shine 2HD zugreifen. Der E-Reader kostet so viel der Amazon Paperwhite, kann aber mit dem Modell des Online-Händlers nicht ganz mithalten.

Bestenliste: Vergleich Tolino versus Kindle: E-Book-Reader im Test

Nachfolgend findet ihr alle von netzwelt in diesem Vergleich berücksichtigten E-Reader. Mit einem Klick gelangt ihr zum ausführlichen Testbericht.

  • 8.9

    Amazon Kindle Oasis


    Wir waren fasziniert vom ersten Amazon Oasis. Das Konzept eines flachen, sehr leichten Readers, der einen Großteil seiner Akkureserven in einer edlen Hülle auslagert, empfanden wir im Alltag als weniger gewöhnungsbedürftig als zunächst angenommen. Der seit Ende 2017 erhältliche Nachfolger bietet zwar das größere Display, ist wasserfest und hat Bluetooth - doch ist auch schwerer und nicht mehr ganz so faszinierend. Dennoch gehört er zu den besten E-Readern auf dem Markt.

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  • 8.6

    Tolino Shine 3


    Der neue Tolino Shine 3 hat alles, was der Buch-Leser braucht. Vor allem das handliche Design, die anpassbare Farbtemperatur, ein präziser Touchscreen und eine gute Software haben es uns angetan. Diese Punkte findet ihr in der Mittelklasse der E-Reader im Bereich um 100 Euro bisher nur vereinzelt. Häufig muss dann jedoch nur mit einem dieser Vorteile vorlieb genommen werden. Ein wasserfestes Gehäuse würde das Paket noch abrunden, dieses spart sich Tolino für die Geräte der Oberklasse auf.

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  • 8.4

    Amazon Kindle Voyage


    Der Kindle Voyage ist teuer. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Die einzige wirkliche Neuerung ist das schärfere Display und die Blättertasten im Vergleich zum Paperwhite 2. Extras wie Wasserschutz oder PDF-Lesemodus vermisst man nach wie vor. Ob euch das zugegeben sehr gelungene Display 190 Euro wert ist, müsst ihr entscheiden. Im Zweifel empfiehlt es sich, auf die erste Preisreduzierung zu warten. Vielleicht haben sich bis dahin auch die Produktionskinderkrankheiten geklärt, die sich in den Kommentaren auf Amazon niederschlagen. Weitere E-Book-Reader.

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  • 8.0

    Amazon Kindle Paperwhite (2015)


    Wer noch ein Geschenk zu Weihnachten sucht: Der Kindle Paperwhite in der 3. Generation lohnt sich. Die Änderungen sind marginal, aber fein gesetzt. Das noch mal detailreichere Display und die neue Schriftart hinterlassen einen guten Eindruck. Wer schon einen Kindle Paperwhite hat, kann sich das Upgrade aber sparen.

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  • 7.7

    Tolino Epos


    Zum Preis von 250 Euro bekommt ihr einen großen, aber erstaunlich handlichen E-Book-Reader. Ein kürzeres Bad kann er ebenso ab, wie einen längeren Urlaub, ohne das ihm der Saft ausgeht. Reisenden innerhalb Deutschlands kommen die Telekom HotSpots und Online-Leihbüchereien gelegen. Auch die Nähe zum Kunden soll nicht unerwähnt bleiben: Wer eine persönliche Beratung zu einem E-Book wünscht, kann einfach in den nächsten Buchladen gehen, der das Tolino Epos mit vertreibt. Wir können den Tolino Epos aber als Alternative zum Amazon Oasis empfehlen.

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  • 7.0

    Tolino Shine 2HD


    Das schärfere Display und der schnellere Prozessor des Shine 2HD erhöhen den Lesekomfort deutlich. Wer den Wasserschutz und die Weiterblättern-Funktion Tap2flip vom Bruder-Modell Vision 3HD nicht braucht, sollte beim Shine 2HD zugreifen. Der E-Reader kostet so viel der Amazon Paperwhite, kann aber mit dem Modell des Online-Händlers nicht ganz mithalten.

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  • 6.4

    Tolino Page


    Pluspunkt neben dem Preis ist die flotte Bedienung und das offene System des Tolino Page. Auf Features wie eine Hintergrundbeleuchtung muss man aber verzichten. Und die Verarbeitung ist nicht so hochwertig wie bei den Top-E-Readern.

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6
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