LaCie 2big Quadra im Test: Büro-tauglicher Nobel-Speicher

8-Terabyte-Version ausprobiert

lacie_2big_quadra_front Titel

In NAS-Zeiten hat es die USB-Konkurrenz schwer: Direct Attached Storage heißt der Ansatz hinter dem LaCie 2big Quadra, das für rund 420 Euro 8 Terabyte Speicherplatz mit sich bringt - und jede Menge Glanz in die Hütte! Die französische Alternative zu Synology, QNAP & Co. spielt im Test in einer ganz eigenen Liga.

Inhaltsverzeichnis

  1. Verarbeitung, Handhabung und Einrichtung
  2. Funktion und Performance
  3. 2big Network und andere DAS
  4. Fazit

Bereits die Herkunft des 2big Quadra 8 Terabyte lässt besonderes erwarten: LaCie sitzt in Frankreich. Seit 2013 gehört das Unternehmen allerdings zu Seagate - was sich auch in den verbauten Seagate-Festplatten äußert. Und schon in der Postfiliale macht sich erste Verwunderung breit: Das Paket ist nicht größer als die üblichen Lieferungen von Network-Attached-Storage-Servern (NAS), aber verdammt schwer - ein gutes Zeichen.

LaCie bietet mit der big-Serie mittlerweile nur noch Direct-Attached-Storage-Lösungen (DAS), die Network-Varianten wurden eingestellt - zum Abschluss werden aber auch diese noch kurz erwähnt. Ein DAS wird im Gegensatz zu einem NAS nicht per Netzwerk, sondern per Universal Serial Bus (USB) oder in diesem Fall wahlweise per Firewire angeschlossen. Das 2big-Modell wird in der 8-Terabyte-Variante mit zwei 4-Terabyte-Festplatten ausgeliefert und kostet derzeit rund 420 Euro. Davon abgesehen bietet ein DAS naturgemäß deutlich weniger Funktionen als ein ausgewachsener NAS-Server. Das hat aber auch Vorteile: Zum einen ist eine USB-Verbindung schlicht und ergreifend wesentlich schneller als eine Netzwerkverbindung und zum anderen entfällt für die Kernaufgabe, das Speichern von Daten, überflüssige und komplexe Konfiguriererei.

Das 2big hat einen USB-3.0-Anschluss und zweimal FireWire 800. Leider handelt es sich bei USB um eine Typ-B-Buchse (die fast quadratischen), die nicht mehr ganz Up-to-Date ist - aber natürlich liegt ein hochwertiges Kabel bei, welches tendenziell DAS samt Besitzer überleben wird. Der ganze Kasten kommt auf stolze 3,6 Kilogramm und verursacht laut Hersteller im Leerlauf eine Lautstärke von 21,9 und unter Belastung von 32,3 Dezibel.

Verarbeitung, Handhabung und Einrichtung

Die Festplatten sitzen samt Schlitten bombenfest.
Die Festplatten sitzen samt Schlitten bombenfest. (Quelle: netzwelt)

Was den Reiz eines LaCie-Geräts ausmacht, merkt man schon direkt beim Auspacken, wenn man das perfekte Aluminiumgehäuse in den Händen hält. Das hübsche, schlichte (und ästhetisch Apple-kompatible) Gehäuse ist ein einziger Kühlkörper. Und das spricht für sehr gute passive Kühlung und entsprechend seltenen Ventilator-Einsatz, was wiederum Strom und lästige Geräusche einspart. Oben und unten hat das LaCie Führungsschienen, wobei die untere den Fuß hält. Der Fuß lässt sich aber auch abschrauben, um beispielsweise mehrere 2bigs in einem Rack zu montieren. Das Gerät ist also "stackable", was Profis und private Daten-Junkies sicherlich freuen wird.

Auch die Festplatten sitzen bombensicher auf Metallschlitten, die ebenfalls sauber auf Führungsschienen laufen - selbst bei teuren NAS zunehmend eine Seltenheit. Die Arretierung läuft über einen simplen Drehverschluss, der sich problemlos mit einer Münze oder einem stabilen Fingernagel bedienen lässt. Viel zu bedienen gibt es ansonsten nicht: Der Ein-/Ausschalter sitzt auf der Rückseite, die blaue Leuchte an der Front dient zur Statusanzeige und als Short-cut für beliebige Aktionen.

Zum Einrichten gibt es nicht viel zu sagen: Das Gerät wird natürlich per Plug&Play erkannt und über den LaCie Desktop Manager ganz fix konfiguriert. Eine einfache Einrichtung ist heute durchaus üblich, aber was Verarbeitung und Handhabung angeht, bewegt sich LaCies 2big schon in einer ziemlich eigenen Liga.

Funktion und Performance

Funktionen gibt es wie bereits erwähnt nicht gerade in großer Menge. Hardware-seitig gibt es die Raid-Modi 0 und 1, so dass entweder die ganzen 8 Terabyte zur Verfügung stehen oder eben nur 4 Terabyte mit doppelter Datenhaltung. Und auch das ist mit Stil gelöst: Der Modus lässt sich mit einem kleinen, mitgelieferten Werkzeug direkt auf der Rückseite des Geräts wählen, statt über eine Software-Einstellung. Hervorragend: Das DAS verfügt über einen Anschluss für ein Kensington-Schloss - aber wer trägt so ein Teil schon mit sich herum? Aber alternativ lässt sich ein Kabelschloss dort verankern. Und das ist wirklich ein hervorragender Schutz vor versehentlich herausgerissenen Kabeln.

Genie Backup 9 kann auch komplette Systeme sichern.
Genie Backup 9 kann auch komplette Systeme sichern. (Quelle: Screenshot)

Software-seitig ist der Desktop Manager im Grunde ziemlich trivial: Ihr könnt Alarme aktivieren und euch bei Bedarf per Mail informieren lassen, den Stromsparmodus konfigurieren, einen Namen für das 2big vergeben und letztlich die verbauten Festplatten neu formatieren. Nun, genau genommen werdet Ihr nur zur Windows-Datenträgerverwaltung geleitet. Spannend ist hier nur die Option "Shortcut", womit der blaue Knopf vorne gemeint ist. Hier könnt ihr beliebige Aktionen festlegen, also beispielsweise Backups durchführen, Daten verschlüsseln oder wenns denn sein soll auch einen Film starten. So könnte man beispielsweise nach einem vollbrachten Arbeitstag, bevor man das Büro verlässt, noch einmal kurz auf den Button drücken, um das Tageswerk zu sichern.

Natürlich ist das DAS sowohl Timemachine- als auch Windows-Backup-kompatibel, aber es liegen auch komplette Backup-Lösungen für Windows und Mac bei: Auf PCs kommt Genie Backup Manager pro V9.0 zum Einsatz, das allein immerhin 69,95 Euro kosten soll, Datei- und Systembackups beherrscht, ein Notfall-Recovery-Medium erstellen und nicht mehr bootende Systeme wiederherstellen kann und dank Sctipting und Vorher-/Nachher-Befehlen auch Profis glücklich macht. Für Mac gibt es Intego Backup Manager pro V1.0.9 (Einzelpreis 47,95 Euro) mit ähnlichem Funktionsumfang. Da es sich nicht um abgespeckte "Spezial"-Versionen für LaCie handelt, sind die Tools eine wirklich interessante Dreingabe.

Bei der Performance ist ebenfalls alles in Ordnung: Das System soll nach Handbuch bis zu 210 Megabyte pro Sekunde (MB/s) lesen und schreiben können, CrystalDiskMark gibt sowohl bei exFat- als auch NTFS-Formatierung jeweils rund 205 MB/s aus.

2big Network und andere DAS

Die NAS-Varianten wurden leider eingestellt.
Die NAS-Varianten wurden leider eingestellt. (Quelle: netzwelt)

Wie bereits erwähnt, gabe es das 2big ab ungefähr 2009 auch als NAS-Version - teils findet man eine Variante mit zwei 1-Terabyte-Platten noch für rund 150 Euro im Handel. Hardware-mäßig entspricht das Gerät im Wesentlichen dem hier getesteten DAS. Mit zwei USB-2.0-Anschlüssen ist das 2big-NAS sicherlich nicht mehr auf der Höhe der Zeit, die Oberfläche im Browser ist altbacken, es gibt weniger Funktionen als bei neueren NAS, der Media-Server ist minimalistisch und doch: Wer die Hardware-Qualität des Quadra-Modells für das Netzwerk will und auf Web-, Mail, Media- und Sonstwas-Server verzichten kann, könnte hier ein Schnäppchen machen.

Da DAS eher selten sind, hier eine getestete Alternative des Drobo 5C zum Vergleich. Das Drobo-DAS verzichtet auf pompöse Hardware, bietet fünf Einschubschächte, eine ausgeklügelte Raid-Alternative und etwas schickere Desktop-Software als LaCie - leider gibt es keine 2-Bay-Variante und als 5-Bay-DAS dürfte es für Privatnutzer etwas überdimensioniert sein. Einziger wirklicher Wermutstropfen des Geräts: Das 2big läuft nicht unter Linux - und taugt somit nicht als Erweiterung für NAS-Server!

LaCie 2big Quadra: Fazit

Luxuriöse, durchdachte Hardware, gute, einfache Software - 2big ist eine super Alternative zu komplexeren NAS-Servern. 8.6/10

Bei 420 Euro Kaufpreis entfallen rund 220 auf die Festplatten und 200 auf das 2big selbst - und für die gebotene Material- und Verarbeitungsqualität geht das völlig in Ordnung. Obwohl man für dasselbe Geld einen NAS-Server samt Media-Streaming bekommt. Hinzu kommen wenige, aber durchdachte Funktionen. LaCies Direct-Attached-Storage-Lösung ist der perfekte Datenspeicher für Freunde des Metalls.

Das hat uns gefallen

  • Material
  • Verarbeitung
  • durchdachtes Design

Das hat uns nicht gefallen

  • Andere NAS bieten zum selben Preis mehr
  • nicht Linux-kompatibel
Testnote 8,6 von 10
Bewertet von Mirco Lang
10 / 10
Performance
10 / 10
Verarbeitung und Handhabung
7,0 / 10
Sicherheit und Datenschutz
7,0 / 10
Software & Extras
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt mehrere Wochen von LaCie leihweise zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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