Lenovo Legion Y530 im Test: Günstiger Gaming-Laptop für Erwachsene

Vergleichsweise dezent

Michael Knott - Profilbild
von Michael Knott
Teilen
Lenovo Legion Y530-15ICH 2

Wie ein typisches Gaming-Notebook sieht das Lenovo Legion Y530 nicht aus. Gut so, denn der 15-Zöller soll vielmehr den Spagat zwischen Spaß und Alltag schaffen. Motto: Wenn Gamer vernünftiger werden. Hinzu kommt ein günstiger Einstiegs-Preis von unter 1.000 Euro. Ob dieser Spagat gelingen kann, klären wir im Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wer kauft's?
  2. Ausstattung, Preise und Varianten
  3. Design und Verarbeitung: DJ-Deckel mit Soundeffekt
  4. Display: Hier macht sich der Preis bemerkbar
  5. Gute Tastatur, schlechtes Trackpad
  6. Akkulaufzeit, Leistung und Benchmarks: läuft!
  7. Lautsprecher, Lüfter und Umwelt
  8. Fazit & Alternativen

Egal ob gruseliger Alienkopf oder gelb leuchtendes LED-Band auf dem Deckel - die meisten Gaming-Notebooks schreien ihren Spieltrieb in die Welt hinaus. Wieso eigentlich? Gaming ist schließlich längst nicht mehr den unter 20-jährigen vorbehalten. Menschen ab 50 Jahren stellen derzeit sogar die am schnellsten wachsende Zielgruppe aller Spieler dar.

Diese Menschen setzen sich sicher nicht gerne mit einem grotesk großen und grotesk bunten Gaming-Laptop in die morgendliche Firmen-Konferenz. Das hat Lenovo schon beim Vorgängermodell Y520 erkannt und setzt dies nun beim Nachfolger noch konsequenter um.

Wer kauft's?

Ein Notebook fürs Studium / Beruf und zusätzlich einen Gaming-Laptop für zuhause? Das geht ins Geld. Das Lenovo Legion Y530 könnte beides unter einen Hut bringen und in beiden Szenarien eine gute Figur machen. Dementsprechend könnten es sowohl gestandene Gamer als auch Gelegenheitsspieler kaufen. Selbst Personen, die abseits vom Gaming ein leistungsstarkes Notebook mit dedizierter Grafik benötigen, dürfen einen näheren Blick auf das Testgerät werfen.

Ausstattung, Preise und Varianten

Mit einem Gewicht von 2.286 Gramm ist das Legion Y530 zwar kein Leichtgewicht, doch klassische Gaming-Notebooks wiegen oft deutlich mehr. Und die Ausstattung unseres Testgerätes ist nicht von Pappe. Lenovo verbaut unter anderem einen entspiegelten 15,6-Zoll-Bildschirm mit Full HD-Auflösung. Mindestens steckt ein Intel Core i5, in unserem Fall sogar ein Intel Core i7-8750H im Gehäuse.

Beim Testgerät handelt es sich um die Top-Ausstattung. Diese beinhaltet eine PCIe-SSD mit einer Kapazität von 256 Gigabyte sowie eine HDD mit einer Kapazität von satten zwei Terabyte. Als Grafiklösung kommt neben der internen Intel UHD Graphics 630 noch Nvidias GeForce GTX 1050 Ti mit vier Gigabyte messendem GDDR5-Speicher zum Einsatz. Diese Konfiguration schlägt im Webshop von Lenovo aktuell mit 1.379 Euro zu Buche.

Lenovo Legion Y530-15ICH

11 Bilder
Zur Galerie

Auch die Basis-Version zum Preis von rund 1.000 Euro fährt mit Nvidias GTX 1050 vor, muss dann aber mit dem Intel Core i5-8300H, acht Gigabyte RAM und kleinerem Massenspeicher Vorlieb nehmen. Für Gelegenheitsspieler auf der Suche nach einem Gaming-Notebook unter 1.000 Euro dürfte aber auch diese Version sehr interessant sein. Mancherorts gibt es die Basisausstattung ohne Windows-Betriebssystem sogar schon für 799 Euro.

Design und Verarbeitung: DJ-Deckel mit Soundeffekt

Das Gehäuse des Lenovo Legion Y530 besteht vollständig aus Kunststoff. Der schwarze Deckel ist fein geriffelt. Fahren wir mit den Fingernägel über die Oberfläche, erinnert das Geräusch ans Scratchen von Schallplatten. Spaß ganz ohne Strom!

Das matte Schwarz wird lediglich von dem schwarz glänzenden "Legion"-Schriftzug durchbrochen. Ein kleiner Teil des Buchstabens "O" ist bei eingeschaltetem Notebook weiß beleuchtet. Mehr Extravaganz leistet sich das Gaming-Notebook von Lenovo nicht. Auffällig ist bestenfalls der etwa 2,5 Zentimeter breite Steg, unter dem Lenovo den Großteil der Anschlüsse unterbringt und auf dem der Displaydeckel in Maximalstellung von 180 Grad aufliegt.

Die grundsätzliche Verarbeitungsqualität des Legion-Laptops ist gelungen. Auffällige Spaltmaße können wir nicht entdecken, wenn wir das Testgerät kräftig schütteln, gibt es keinen Laut von sich.

Unsere Kritik am Material beschränkt sich auf den Umstand, dass sich der Kunststoff im Bereich der Tastatur zu weit eindrücken lässt. Wer etwa im Eifer des Gefechtes die Enter-Taste malträtiert kann zusehen, wie die umliegenden Tasten mit nach unten, in Richtung Platinen gezogen werden. Nicht schön, aber manch einem Gelegenheitsgamer wird dies vielleicht gar nicht auffallen. Uns stört das weiche Plastik, etwa wenn wir statt Scharfschützen schnöde Zahlen über den separaten Nummernblock in Excel-Tabellen erfassen.

Lenovo verbaut zwei USB 3.0-Anschlüsse jeweils an den Seiten, die sich zum Anschließen von Zubehör wie Maus und Tastatur eignen. An der linken Flanke findet ihr zusätzlich noch einen kombinierten Audio-Ausgang, rechts gibt es eine unscheinbare Status-LED.

Auf der Rückseite entdecken wir noch eine LAN-Buchse, einen weiteren USB 3.0-Port und eine zusätzliche USB Type-C-Schnittstelle, die leider nicht Thunderbolt-fähig ist. Für den Anschluss an einen externen Monitor stehen HDMI oder Mini-Display-Port zu Verfügung. Da bleibt aus Gamer-Sicht eigentlich kaum ein Wunsch offen. Der Büroarbeiter oder der Hobby-Fotograf fragt sich aber, wieso Lenovo keinen SD-Kartenleser verbaut hat.

Display: Hier macht sich der Preis bemerkbar

Der Displaydeckel lässt sich wunderbar einfach mit einem Finger anheben und öffnen. Die Scharniere sind stark genug, um die Anzeige auch bei Erschütterungen an Ort und Stelle zu halten. Ihr blickt auf eine Full-HD-Anzeige, die Lenovo mit einem dünnen Rahmen einfasst. Oben und an den Seiten sind die Bildschirmränder nur 0,7 Zentimeter dick.

Das Display gehört leider nicht zu den Highlights.
Das Display gehört leider nicht zu den Highlights. (Quelle: netzwelt)

Ihr ahnt es vielleicht bereits - die Webcam findet auf einem solch schmalen Kunststoffband keinen Platz mehr, zumindest nicht an gewohnter Stelle. Lenovo weicht auf die ungeliebte Position im unteren Bildschirmrahmen aus. Ungeliebt, weil die Kamera aus dieser Position vornehmlich die Nasenhaare filmt und das Gesicht aus ungewohnter Froschperspektive einfängt. Dell XPS 13 und das Huawei Matebook X Pro lassen schön grüßen.

Die Full HD-Auflösung reicht prinzipiell aus, führt bei der großen Bildschirmdiagonale aber dazu, dass sich Treppcheneffekte nicht immer vermeiden lassen. Wir bemerken diese etwa in den Systemeinstellungen beim Windows 10-Logo. Auch im Testbild des Eizo Monitortests sind sie sichtbar. Das uns zu Verfügung gestellte Exemplar weist keinerlei Pixelfehler auf. Auch störende Lichthöfe bei der Anzeige von flächigem Schwarz haben wir im Testzeitraum nicht bemerkt. Aus spitzen Betrachtungswinkeln kommt es dank des verwendeten IPS-Panels nicht zu Farbumkehrungen oder einem dramatischem Helligkeitsverlust.

Die besten Notebooks im Vergleich: 6 Top-Modelle von 2018 im Test
Die besten Notebooks im Vergleich: 6 Top-Modelle von 2018 im Test Bestenliste Wir stellen euch in dieser Übersicht 13 Notebooks, Convertibles und Gaming-Laptops vor und küren ein Gerät zum besten Laptop des Jahres 2018. Jetzt lesen

Die Anzeige ist leicht entspiegelt. Mitunter schafft es die Maximalhelligkeit dennoch nicht, störende Reflexionen zu überstrahlen. Schade. Wir müssen zudem negative Kritik an der subjektiven Farbwiedergabe und der Reaktionszeit festhalten. Es kommt verhältnismäßig schnell zu Nachzieheffekten, was besonders Spieler stört. Ein besseres Display hätte den Preis auf der anderen Seite deutlich angehoben.

Gute Tastatur, schlechtes Trackpad

Mit den unter dem Punkt Verarbeitung erwähnten Einschränkungen gefällt uns die Legion-Tastatur sehr gut. Auf einen mittellangen Hub folgt ein äußerst knackiger Druckpunkt. Wie es sich für ein Notebook mit Gaming-Ambitionen gehört, sind die Pfeiltasten mit großem Abstand zueinander positioniert.

Auf eine optische Hervorhebung der WASD-Tasten verzichtet Lenovo genauso, wie auf effektvolle Beleuchtungsoptionen der Tastatur. Euch steht lediglich eine weiße Hintergrundilluminierung zu Verfügung, die sich in zwei Stufen regeln lässt.

Lenovo geht offensichtlich davon aus, dass Spieler eine gestandene Gaming-Maus an das Legion Y530 anschließen werden. Denn mit einer Diagonalen von 11,4 Zentimetern fällt das Trackpad doch sehr klein aus. Die zwei physikalisch herunterdrückbaren Maustasten empfinden wir als antiquiert. Zu allem Überfluss werden unsere Finger oft von der Oberfläche gebremst und die Fingerkuppen beginnen zu "rubbeln". Aus diesen Gründen haben wir auch abseits unserer Spieleinsätze eine externe Maus angeschlossen.

Akkulaufzeit, Leistung und Benchmarks: läuft!

Uns liegt die Top-Ausstattung des Lenovo Legion Y530 vor. Leistungsprobleme sind dem System dank Intel Core i7-8750 (6 Kerne) und 16 Gigabyte RAM fremd. Hinzu kommt Nvidias GTX 1050 Ti-Grafikkarte. Von der Leistung profitiert ihr natürlich auch abseits des Gamings. Programme öffnen sich im Handumdrehen, gleiches gilt für riesige Excel-Tabellen. Fahrt ihr das Windows-System nach einem Kaltstart wieder hoch, dauert es gerade einmal elf Sekunden, bis es wieder auf Eingaben reagiert. Klasse.

Was die Konfiguration tatsächlich drauf hat, zeigen die durchgeführten Benchmarktests. Beispiel Cinebench R15: Im Ultimate Performance Modus von Windows 10 schießen die Werte im Multicore-Test auf stolze 1.231 Cb-Punkte und fallen auch nach nicht unter 1.173 Cb-Punkte. Wir ziehen den Hut!

Framerates einiger Spiele.
Framerates einiger Spiele. (Quelle: netzwelt)

Thermisch bedingtes Throttling haben wir nicht festgestellt. Den OpenGL-Test schließt die Testkonfiguration mit durchschnittlich 101 Bildwiederholungen in der Sekunde ab. Die Systemleistung bewerten wir mit Hilfe von PCMark 8 (Accelerated Home-Test nach sechs Durchläufen). Auch hier können sich die Werte mit durchschnittlich 4.146 Punkten ebenfalls sehen lassen.

Wir haben uns bei den Spieletests auf die Titel Assassin's Creed Origins (Grafik-Preset: hoch), Rise of the Tomb Raider (Grafik-Preset: hoch) und Overwatch (Grafik-Preset: ultra) konzentriert. In der oben eingebundenen Grafik könnt ihr die dabei erzielten Bildwiederholungsraten ablesen.

Ihr interessiert euch im Detail für die Benchmark-Ergebnisse des Lenovo Legion Y530? Dann werft einen Blick in die Galerie mit den während der Tests entstandenen Screenshots.

Spiele-Benchmarks: Lenovo Legion Y530

11 Bilder
Zur Galerie

Bei einem Gaming-Notebook spielt die Akkulaufzeit eine eher untergeordnete Rolle (rechnet beim Legion-Laptop auch mit signifikant geringeren Leistungsdaten im reinen Akkubetrieb). Wer nicht aufpasst und die Energie-Einstellungen nicht im Blick hat, womöglich noch ein Spiel spielt, kann dem Akkusymbol dabei zusehen, wie es immer schmaler und schmaler wird. Mehr als 4,5 Stunden sind aber auch im Energiesparmodus selten drin. Angesichts der schieren Rechenleistung nehmen wir diesen Umstand aber gerne in Kauf.

Lautsprecher, Lüfter und Umwelt

Das Hitzemanagement hat Lenovo beim Legion gut im Griff. Die Abluft wird über zwei üppig dimensionierte Lüfter über den Gehäuseboden ins Freie befördert. Im Office-Betrieb und im Leerlauf haben sie meist Pause. Erst unter Last, beim Spielen, drehen sie merklich auf. Das Rauschen war bei uns in jeder Situation erträglich und nicht von einem Pfeifton durchzogen. Das gefürchtete Spulenfiepen trat bei unserem Testgerät nicht auf.

Ein Blick unter die Kunststoffhaube des Lenovo Legion Y530.
Ein Blick unter die Kunststoffhaube des Lenovo Legion Y530. (Quelle: netzwelt)

Die beiden nach unten abstrahlenden Lautsprecher übersteuern zwar nicht, sind aber zu schwach auf der Brust, um als Alleinunterhalter durchzugehen. Ihr werdet nicht darum herum kommen, vernünftige Kopfhörer oder gleich ein standesgemäßes Gaming-Headset anzuschließen.

Nach dem Lösen von ein paar handelsüblichen Kreuzschlitzschrauben gewährt euch das günstige Gaming-Notebook Zugang zum vollgepackten aber durchaus aufgeräumten Innenleben. Die 2,5-Zoll-SATA-HDD ließe sich bei Bedarf genauso einfach wechseln, wie die M.2-SSD. Auch der unter einer Metallabschirmung untergebrachte Arbeitsspeicher ist mit ein wenig Sachverstand schnell ausgetauscht. Der Akku mit einer Kapazität von 52,5 Wattstunden ist lediglich verschraubt und nicht verklebt. Diese Eigenschaften machen das Lenovo-Notebook fit für die Zukunft.

Lenovo Legion Y530: Fazit

Keine Millionen für Legionen 8.8/10

Das unscheinbare Legion Y530 schließen wir immer mehr ins Herz, je länger wir uns damit beschäftigen. Lenovo füllt eine interessante Nische, in die sich nur wenige Hersteller wagen. In der getesteten Top-Ausstattung erhaltet ihr ein fähiges Gaming-Notebook mit Sechskern-Core i7 zu einem Preis, bei dem es anderswo nicht einmal einen 12-Zöller mit Core i3 gibt. Euch sollte aber auch klar sein, wo die Nachteile liegen. Das Display ist nicht das Gelbe vom Ei und auch der weiche Gehäusekunststoff ist sicherlich nicht jedermanns Sache.

Das hat uns gefallen

  • viel Leistung fürs Geld
  • mattes Display
  • dezente Optik
  • Wartbarkeit

Das hat uns nicht gefallen

  • Display-Qualität
  • kein Thunderbolt-Anschluss
  • weiches Kunststoffgehäuse
  • kein SD-Kartenslot
Testnote 8,8 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
7,0 / 10
Design
5,0 / 10
Display
7,0 / 10
Eingabegeräte
10 / 10
Leistung
8,0 / 10
Ausstattung
9,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Legion Y530 wurde uns von Lenovo Deutschland für die Dauer von drei Wochen leihweise zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird das Gerät wieder dem Hersteller übergeben.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

10
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Lenovo Legion Y530 selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 10 von 10 möglichen Punkten bei 6 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Bestenlisten

Lenovo Legion Y530 wurde in folgende Notebook-Bestenlisten einsortiert.

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Testbericht, Notebook, Lenovo, Gaming-Notebooks: Mobile Zockstationen, Die besten Notebooks im Vergleich: 13 Top-Modelle von 2018 im Test und Lenovo Legion Y530.

zur
Startseite

zur
Startseite