Volle Krümmung: Curved-Monitor Samsung CF791 im Test

Der am stärksten gekrümmte Bildschirm der Welt

Samsung CF791 11

Dieser Samsung-Monitor ist dermaßen "curved", dass Samsung die Superlative ausgehen. Er sei der "am stärksten gekrümmte Bildschirm der Welt". Doch ist eine stärkere Krümmung auch wirklich besser? Im Test schauen wir uns den 34 Zoll messenden Samsung CF791 unter Alltagsbedingungen ganz genau an.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wer kauft’s?
  2. Design,Verarbeitung und Anschlüsse
  3. Ergonomie
  4. Bildeindruck
  5. Menüführung und Multimedia-Eigenschaften
  6. Das ist uns sonst noch aufgefallen
  7. Fazit

21:9-Monitore sind nach wie vor Exoten, sie finden sich eher selten am Markt. Doch das gut zur Filmwiedergabe passende Seitenverhältnis ist längst nicht die einzige Besonderheit am Samsung Curved Monitor C34F791WQU LED, wie das aktuelle Testgerät mit vollem Namen genannt werden möchte.

Wer kauft’s?

"Maximales Multitasking auf einem einzelnen Monitor" - dieser Slogan steht auf der Samsung-Produktseite ganz oben. Darüberhinaus bewirbt Samsung unseren aktuellen Testmonitor mit folgenden Schlagwörtern:

  • Dieselbe Krümmung wie die ihrer Augen gewährleistet einen bewährten Sehkomfort
  • Quantum-Dot-Technologie
  • Der beste seiner Klasse: 3000:1 Kontrastverhältnis bei minimaler Lichtstreuung
  • Funktionen, die anspruchsvolle Gamer zufriedenstellen: 100 Hz, Reaktionszeit von 4 ms, AMD Freesync für reibungslosen Spielablauf.
  • (Online-Preis): 820 Euro

Der CF791 bietet sich laut Werbeversprechen also, salopp formuliert, für gesundheitsbewusste, multitasking-fähige Gamer an. Das gilt es zu überprüfen und wir sind uns eigentlich jetzt schon sicher, dass sich die Zielgruppe noch etwas breiter fassen lässt.

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Design,Verarbeitung und Anschlüsse

Unser Testgerät steht in einem silberfarbenen Gehäuse auf dem Redaktionsschreibtisch. Die Rückseite ist ganz in hochglänzendem Weiß gehalten. Eine andere Farbkombination bietet Samsung zum Testzeitpunkt nicht an. Auffallend gering fallen die Bildschirmränder aus. Im unteren Bereich ist dieser Balken nur 1,5 Zentimeter breit. Jedoch kommt an jeder Seite noch ein schwarzer Bereich hinzu, der vom Panel nicht zur Darstellung von Inhalten genutzt werden kann.

An der generellen Verarbeitung haben wir nicht viel auszusetzen. Der 34-Zöller thront auf einem ab Werk verbauten Ständer, der, obowohl eine Pivot-Funktion nicht unterstützt wird, mit deutlichem Horizontalspiel zu kämpfen hat. Der Monitor lässt sich bei Bedarf vom Standfuß trennen, was eine alternative Anbringung etwa über einen Schwenkarm / VESA-Mount zulässt. Die notwendige Adapter-Platte gehört bereits zum Lieferumfang.

Auf der Rückseite finden wir nicht nur den bereits von anderen Samsung-Monitoren bekannten Menü-Joystick sondern auch noch die folgenden Anschlüsse:

  • 2 x HDMI
  • 1 x DisplayPort
  • 2 x USB 3.0
  • 1 x Kopfhörer

Die Ports liegen bis auf die stets erreichbaren USB-Schnittstellen versteckt hinter einer abnehmbaren Kunststoffklappe. Hier findet auch das externe Netzteil Anschluss.

Ergonomie

Klasse: ihr könnt den Bildschirm in der Neigung und in der Höhe verstellen, was dem C34F791 Pluspunkte in der Ergonomiewertung einbringt und was auch den neuen iMacs gut zu Gesicht stehen würde. In der untersten Stellung lässt sich der Monitor so auf zwei Zentimeter über den Standfuß schieben. In der obersten Stellung sind es knapp zwölf Zentimeter. Damit lässt sich der gebogene Monitor binnen Sekunden in die richtige Position bringen.

An die Krümmung des Testgerätes von 1.500R müssen sich unsere Augen zunächst gewöhnen. Auch wenn es nicht der erste Curved-Monitor ist, dem wir gegenübersitzen. Die Krümmung dieses Samsung-Monitores fällt so stark aus, dass ein eigentlich erwünschter Effekt ausbleibt: Selbst nach zwei Wochen nehmen wir bei jedem Blick auf den Monitor wahr, dass es sich um eine gebogene Anzeige handelt. Bei anderen Curved-Bildschirmen drängte sich die Krümmung bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit nicht mehr in den Vordergrund.

Bildeindruck

Bei der Wiedergabe von Filmen ist dies natürlich von Vorteil. Vor allem, wenn das Ausgangsmaterial in hoher Qualität und im 21:9-Format vorliegt. Das Gefühl, mitten in einem privaten Kinosaal zu sitzen, ist dann so intensiv wie bei noch keinem von uns getesteten Monitor zuvor. Doch wie viele Filme habt ihr zuhause schon im 21:9-Format vorliegen?

Doch, wir erinnern uns, Samsung bewirbt den CF791 ja vor allem als Multitasking-Genie. Und bei reinen Officetätigkeiten stört die Krümmung in unseren Augen mehr, als das sie nutzt. Wenn wir die Anzeigefläche virtuell in zwei Bereiche unterteilen, sehen beide Bildschirmhälften leicht verzogen aus.

Die starke Krümmung ist klasse für Multimedia-Anwendungen. Im Office-Betrieb hat sie uns hingegen eher gestört.
Die starke Krümmung ist klasse für Multimedia-Anwendungen. Im Office-Betrieb hat sie uns hingegen eher gestört. (Quelle: netzwelt)

Doch zurück zu den Stärken des Curved-Monitors, Stichwort Gaming. Shooter wie Call of Duty sehen wirklich klasse aus! Genau wie der bereits von uns getestete, wesentlich günstigere Curved-Monitor Samung CF591 oder der Eizo Foris FS 2735 unterstützt auch das aktuelle Testgerät die AMD FreeSync-Technologie. Eine kompatible AMD-Grafikkarte im Rechner vorausgesetzt verhindert FreeSync das ungeliebte Tearing (Zerreißen von Bildern) wirkungsvoll. Und auch Microruckler bekommen einen Dämpfer verpasst, da die Bildwiederholungsrate des Bildschirms permanent mit der der Grafikkarte abgeglichen wird.

Die Bildwiederholungsrate liegt bei stolzen 100 Hertz. Die Reaktionszeit gibt Samsung mit vier Millisekunden an, den maximalen Helligkeitswert mit 300 Candela pro Quadratmeter. Der statische Kontrast liegt laut Hersteller bei 3000:1.

Nüchterne Zahlen, die bereits unter Werkseinstellungen in einem subjektiv sehr guten Bildeindruck münden. Die Ausleuchtung erfolgt sehr gleichmäßig, wir können nur jeweils in den Ecken ganz leichte Lichthöfe erkennen. Wem die verhältnismäßig kräftige Darstellung von Farben nicht zusagt, findet im Menü weitere Presets. Hier stehen die Modi "Standard", "Kino", "Optimalkontrast", "Basisfarbe", "hohe Helligkeit" und "Benutzerdefiniert" zu Verfügung.

Außerdem baut Samsung einen so genannten Augenschonmodus ein. Dabei handelt es sich um einen Blaufilter, ganz ähnlich dem von Betriebssystemen bekannten Nachtmodus. Und zusätzlich gibt es noch einen Spielemodus (Optimierung der Bildschirmhelligkeits- und Kontrasteinstellungen). Alle Modi haben deutlich sichtbaren Einfluss auf die Darstellung.

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An der Schärfe des Quantum Dot-Displays haben wir nichts auszusetzen. Die Auflösung von 3.440 x 1.440 Pixeln führt zu einer scharfen, mitunter aber auch sehr kleinen Darstellung von Inhalten. Treppchenbildung oder Ähnliches konnten wir nicht feststellen. Die leicht entspiegelte Oberfläche ermöglicht zudem den Betrieb in Fensternähe.

Menüführung und Multimedia-Eigenschaften

Die Menüführung kennen wir bereits von anderen Samsung-Monitoren. Ihr ruft die Einstellungen auf, indem ihr den kleinen Joystick auf der Rückseite drückt. Diese Samsung-Lösung hat den Vorteil, dass die komplette Bildschirmfront bis auf eine Status-LED frei von Bedienelementen bleibt. Das Menü bietet schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen des Bildschirms, ist in manchen Punkten jedoch etwas uneindeutig beschriftet.

Zwei Lautsprecher mit einer Ausgangsleistung von sieben Watt verbaut Samsung an der Monitor-Unterseite und verspricht, dass zusätzliche Lautsprecher nun endlich der Vergangenheit angehören würden. Das ist wie zu erwarten war nicht der Fall. Zwar klingen die nach unten strahlenden Speaker nicht schlecht. Es fehlt ihnen jedoch an Volumen und Druck. Die Speaker im iPad Pro etwa klingen bereits deutlich lauter und runder. Ihr kommt also nicht darum herum, für echten Musikgenuss Lautsprecher oder Kopfhörer anzuschließen.

Das ist uns sonst noch aufgefallen

  • Ihr könnt zwei Bilder aus unterschiedlichen Quellen (HDMI + DP) gleichzeitig darstellen.
  • Den von Samsung angegebenen Stromverbrauch von 70 Watt erreichten wir im Test selbst bei voller Helligkeit nicht. Der typische Verbrauch lag bei 55 Watt.

Samsung CF791: Fazit

Weniger wäre abseits von Spielen mehr gewesen 8/10

Wer einen Monitor fürs Gaming oder für den Filmabend sucht - hier ist er. Samsungs CF791 ist in dieser Kategorie derzeit der Top-Tipp. Als "Multitasking-Talent" im Office-Betrieb sehen wir ihn jedoch eher nicht. Hier fällt die Krümmung unserem Geschmack nach zu stark aus.

Das hat uns gefallen

  • Bildeindruck bei Multimedia
  • Ergonomie
  • Farbdarstellung
  • 100 Hz
  • FreeSync

Das hat uns nicht gefallen

  • zu starke Krümmung für Office-Programme
  • schwache Lautsprecher
  • exotisches 21:9-Format
Testnote 8,0 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
8,0 / 10
Design und Verarbeitung
9,0 / 10
Ergonomie
7,0 / 10
Menüführung
9,0 / 10
Bildqualität
5,0 / 10
Lautsprecher
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns von Samsung Deutschland für einen Zeitraum von mehreren Wochen zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird er wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

8
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