Samsung SSD 960 EVO im Test: Günstige Alternative zur PRO-Version

Kleiner Bruder ganz groß

von Marcus Jäger
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Ohne eine spezielle Kennzeichnung wäre der Unterschied kaum zu erkennen: Die Samsung SSD 960 EVO ist zwar der kleine Bruder der SSD 960 PRO, muss sich aber der kostspieligeren Ausführung verstecken. Wir verraten euch, warum das so ist, was die SSD 960 EVO sonst nach kann und für wen sich der Kauf des Speicherriegels im M.2-Format lohnt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Testumgebung
  2. Günstiger Abklatsch oder ernstzunehmende Alternative?
  3. Das ist anders im Vergleich zur PRO-Version
  4. Preise und Verfügbarkeit
  5. Fazit & Alternativen

Mit der SSD 960 EVO hat Samsung auch eine günstige Alternative zu der superschnellen SSD 960 PRO im Sortiment. Das Solid State Drive im M.2-Format bietet bis zu einen Terabyte Speicherplatz - auf einer Größe von nur 22 x 80 Millimeter, wobei laut Samsung Übertragungsraten von bis 3.200 MB/s beim Lesen erreicht werden können. Wir haben den Speicherriegel einmal genauer unter die Lupe genommen und wurden dabei positiv überrascht.

Die Testumgebung

Wie auch bei vorherigen SSD-Tests, haben wir die SSD 960 EVO wieder mit unserem Intel-Skylake-System getestet. Das auf einem Asus Z170 Deluxe Mainboard aufgebaute System verfügt über einen Intel i5 6600k-Prozessor und 8 Gigabyte DDR4-Arbeitsspeicher. Das Besondere an diesem System: Es verfügt über einen M.2-Anschluss direkt auf dem Mainboard inklusive NVMe-Protokoll-Unterstützung. Als Betriebssystem kam Windows 10 (Anniversary Update) zum Einsatz - die Übertragungsraten wurden mit der Software CrystalDiskMark ermittelt. Zusätzlich haben wir mit AS SSD gemessen, hier haben wir aber überraschen niedrige Ergebnisse erhalten, was allerdings darauf zurückzuführen ist, dass die Software ursprünglich nicht für NVMe-SSDs entwickelt war.

Samsung SSD 960 EVO im Test

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Günstiger Abklatsch oder ernstzunehmende Alternative?

Die Samsung SSD 960 PRO ist das aktuell schnellste Solid State Drive auf dem Markt, die günstigere Alternative kann hier aber gut mithalten. Die SSD 960 EVO ist mit einer maximalen sequenziellen Übertragungsrate (128 KiB) von 3.397 MB/s sogar um 48 MB/s schneller als die PRO-Version. Fairerweise muss hier angemerkt werden, dass die PRO-Version nicht mit dem aktuellsten NVMe-Treiber in Version 2.0 getestet wurde. Schaut man auf die sequenzielle Übertragungsrate (1 MiB) ist die PRO-Version mit 2.687 MB/s gegenüber der EVO-Version mit 2.549 allerdings wieder 138 MB/s schneller.

Wie bereits erwähnt, haben wir die SSD 960 EVO mit dem neuen NVMe-Treiber in Version 2.0 getestet. Wirft man einen Blick auf das Diagramm, fällt auf, dass dieser tatsächlich zu einer schnelleren Übertragungsrate führt. Dies sieht man nicht nur beim Vergleich der PRO- (Grün) und EVO-Version (Rot) im Test "Seq Q32T1", sondern auch beim Vergleich der EVO mit NVMe-Treiber in Version 1.2 (Blau) und 2.0 (Rot) in allen Tests.

Mit einem entsprechenden Adapter kann die M.2-SSD auch an einem PCIe-3.0-Anschluss betrieben werden.
Mit einem entsprechenden Adapter kann die M.2-SSD auch an einem PCIe-3.0-Anschluss betrieben werden. (Quelle: netzwelt)

Man sieht: Die SSD 960 EVO ist nicht nur eine ernstzunehmende Alternative zu der PRO-Version, sondern ein echter Konkurrent. Die Übertragungsraten sind sich sehr ähnlich, die EVO-Variante kostet mit einem Preis von 454 Euro aber rund 150 Euro weniger. Wer sich solch eine M.2-SSD zulegen möchte, aber kein Mainboard mit M.2-Anschluss besitzt, kann die SSD 960 EVO alternativ über einen entsprechenden Adapter an einem PCIe-3.0-Anschluss mit dem System verbinden. Hier sollte allerdings die Unterstützung für das NVMe-Protokoll vorhanden sein sollte. Es gilt allerdings zu beachten, dass ihr bei dem Anschluss via Adapter etwas Geschwindigkeit beim Lesen von Daten abschreiben müsst, was durch die etwas schnellere Übertragungsrate beim Schreiben von Daten aber wieder ausgeglichen werden dürfte. (Siehe gelbe Balken)

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  • PCIe 3.0 x4 und m.2

    PCI Express-Slots sind als Standard-Steckplatz für Erweiterungskarten auf jedem Mainboard vorhanden. Unsere getestete SSD nutzt dabei den Formfaktor m.2 - technisch handelt es sich hierbei um einen PCIe 3.0 x4-Slot. Insbesondere in Ultrabooks ist dieses Format verbreitet - auch einige Desktop-Mainboards bieten passende Steckplätze. Wer keinen m.2-Steckplatz besitzt, kann Adapter für PCIe-Slots erwerben.

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Das ist anders im Vergleich zur PRO-Version

Die SSD 960 EVO kommt in der teuersten Version mit einer Kapazität von einem Terabyte, während die PRO-Variante mit bis zu 2-Terabyte ausgeliefert wird. Dafür gibt es die EVO auch mit 256 Gigabyte. Außerdem ist die EVO-Variante mit 400 TBW (Total Bytes Written) gegenüber der PRO mit 1200 TBW nur einen Drittel so lange "haltbar" wie der große Bruder. So gewährt Samsung bei der EVO-Version auch nur 3 Jahre Garantie anstatt der 5 Jahre bei der PRO-Version. Darüber hinaus kommt die SSD 960 EVO mit der TurboWrite-Technologie, über die eine schnelle Übertragungsrate mithilfe eines Pufferspeichers ermöglicht wird.

Zudem kommt die SSD 960 EVO mit einer komplett überarbeiteten Samsung Magician-Software. So erwartet euch hier eine neue Benutzeroberfläche, die alle wichtigen Informationen an erster Stelle anzeigt und euch bei Updates automatisch informiert. Die Verwaltung und Optimierung eurer SSD soll so deutlich vereinfacht werden.

Preise und Verfügbarkeit

Die SSD 960 EVO könnt ihr ab Ende November/Anfang Dezember im Einzelhandel oder Online-Versandhandel kaufen. Für die 1-Terabyte-Variante werden 479,00 Euro fällig, die 500 Gigabyte-Variante bekommt ihr für 249,00 und die günstigste Variante mit 250 Gigabyte für 129,00 Euro. Es handelt sich hierbei um die UVP von Samsung, die Preise können eventuell variieren.

Samsung SSD 960 EVO: Fazit

High-Performance für ambitionierte Ottonormalverbraucher 9.1/10

Die SSD 960 EVO überzeugt mit einem vergleichsweise günstigen Preis und einer überragenden Performance, die sogar die Herstellerangaben übertrifft. Die EVO-Variante der Samsung SSD 960 ist aufgrund der deutlich geringeren Haltbarkeit und Garantie zwar weniger für den professionellen Einsatz geeignet - für ambitionierte Normalanwender ist die rund 150 Euro günstigere EVO-Variante gegenüber der PRO-Version aber eine gute Wahl.

Das hat uns gefallen

  • Vergleichsweise günstig, aber dennoch schnell
  • Kompakte Bauform
  • Nur ein Anschluss

Das hat uns nicht gefallen

  • Nur 400 TBW & 3 Jahre Garantie
  • Mainboard muss NVMe oder PCIe 3.0 unterstützen
  • Mainboard mit M.2-Anschluss beziehungsweise entsprechender Adapter benötigt
Testnote 9,1 von 10
Marcus Jäger
Bewertet von Marcus Jäger
10 / 10
Performance
8,0 / 10
Software
9,0 / 10
Verarbeitung/Handhabung
Informationen zum Leihgerät

Die SSD wurde uns von Samsung als Testgerät zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
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Bestenlisten

Samsung SSD 960 EVO wurde in folgende SSD-Bestenlisten einsortiert.

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