Schenker Slim 14 (M18) im Test: Dünner Laptop, dicke Anschlusspalette

Schwächen im Detail

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von Michael Knott
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Schenker Slim 14 8

Manchmal kann es sich lohnen, abseits der bekannten Marken nach Notebook-Schätzen zu suchen. Vielleicht gehört das Schenker Slim 14 ja dazu. Dieses tritt den Test mit erhobenen Hauptes und einer sehr guten Ausstattung an. Auf Anhieb gefällt uns das matte Display. Es sind Details, die am Ende das Testergebnis verhageln.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design, Verarbeitung und Anschlüsse
  2. Display
  3. Tastatur und Trackpad
  4. Leistung
  5. Lüfter, Umwelt und Probleme
  6. Multimedia
  7. Fazit & Alternativen

Ein entspiegeltes, also mattes Display gibt es bei Apple nicht. Ihr werdet es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht in eurem Wunsch-Laptop von Dell, Huawei, Acer oder Lenovo finden. Beim Slim 14 des Jahrgangs 2018 von Schenker hingegen ist es genau andersherum: es gibt keine Option auf ein spiegelndes, ein so genanntes "glossy" Display.

Ansonsten könnt ihr euch unser Testgerät in verschiedenen Konfigurationen im Online-Shop des deutschen Anbieters zusammenstellen. Die Preise für das Slim 14 (M18) beginnen bei attraktiven 850 Euro. Bereits dafür erhaltet ihr ein Notebook, das mit Intel Core i5-8250U, acht Gigabyte RAM, einer 256 Gigabyte fassenden M.2-SSD (Samsung Evo 860) und besagtem, matten 14-Zoll-Display mit Full HD-Auflösung nicht allzu schlecht aus der Wäsche guckt. Mit einem Gewicht von 1.398 Gramm ist es zwar nicht superleicht, aber dem Namen gerecht werdend eben auch nicht allzu dick. An der kräftigsten Stelle messen wir inklusive der gummierten, durchgängigen Standfüße rund 1,9 Zentimeter von der Schreibtischplatte aus.

In unserem Testgerät steckt deutlich mehr als in der Basis-Konfiguration. Statt des Core i5, verbaute Schenker Intels Core i7-8550U. Hinzu kommen unter anderem 32 Gigabyte DDR4-RAM, eine 1-Terabyte-SSD von Samsung und ein LTE-Modul von Huawei. Damit nähern wir uns der 2.000-Euro-Marke. In Top-Ausstattung ist das Schenker-Notebook dabei meist immer noch ein gutes Stück günstiger, als viele Konkurrenten. Das Betriebssystem kostet extra.

Design, Verarbeitung und Anschlüsse

Das silberfarbene Testgerät ist äußerlich eine unauffällige Erscheinung. Der ganz leicht glitzernde Effektlack, der immer ein wenig nach Kirmes aussieht - Geschmacksache. Nicht alle Spaltmaße des uns zu Verfügung gestellten Rezensionsgerätes sind lupenrein und fahren wir mit dem Finger einmal rund um das Gehäuse, spüren wir scharfkantige Übergänge.

Schenker Slim 14 in Bildern

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An der rechten Seite schließt der Deckel nicht bündig mit dem Gehäuse ab. Das Display lässt sich mit einer Hand öffnen, dann hebt sich aber stets die Base ein Stück weit mit an. Das alles ist zwar nicht als allzu kritisch einzustufen - uns stört es jedoch. Uns liegt für diesen Test die frisch überarbeitete Version M18 vor. Diese verfügt gegenüber der Vorgängergeneration nicht nur über ein flacheres und etwas leichteres Gehäuse, sondern auch über deutlich schmalere Bildschirmränder.

Die fast komplette Anschlusspalette ist eine große Stärke des Testgerätes und eine Kampfansage an all die inzwischen benötigten (Übergangs)-Adapter. So stoßen wir an der rechten Gehäuseflanke auf einen Thunderbolt 3-fähigen USB Type C-Port, eine USB 3.0 Type-A-Schittstelle, HDMI-Ausgang, SD-Kartenleser in Normalgröße sowie eine RJ45/LAN-Buchse. Gegenüberliegend gibt es einen weiteren, "großen" USB 3.0-Port, Mikrofon- und Kopfhörer-Buchse sowie den proprietären Eingang des Netzteiles und einen SIM-Kartenschacht.

Bei dieser Anschlusspalette dürften viele Notebook-Besitzer neidisch auf das Slim 14 M18 schielen. Einen Fingerabdruck-Scanner oder eine zu Windows Hello kompatible Webcam bietet Schenker für das Slim 14 jedoch leider nicht an.

Display

Die positiven Eigenschaften der entspiegelten Anzeige haben wir bereits erwähnt. Schenker hebt die nun schmaleren Bildschirmränder hervor. Mit einer Breite von fast einem Zentimeter fallen sie aber größer aus, als etwa beim Dell XPS 13 oder beim Huawei Matebook X Pro. Zudem müsst ihr mit einem auf etwa 120 Grad limitierten Öffnungswinkel leben.

Die Anzeigean sich gefällt uns gut. Dank des verbauten IPS-Panels kommt es selbst aus spitzem Betrachtungswinkel nicht zu störenden Farbumkehrungen. Aus extremen Winkeln fällt lediglich die Helligkeit ein wenig ab.

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Die Kombination aus mattem Display und hoher Maximalhelligkeit sorgt dafür, dass ihr auch bei Sonnenschein im Freien arbeiten könnt. Nur wenn die Sonne direkt auf das Display scheint, wird dies schwierig bis unmöglich. Die Full HD-Auflösung reißt auf dem Papier zwar keine Bäume aus, reicht in der Praxis aber vollkommen aus. Einen Touchscreen, den es auch als Option nicht gibt, haben wir während des Testzeitraumes nicht vermisst.

Tastatur und Trackpad

Die insgesamt 87 Tasten lassen sich auf Wunsch in fünf Stufen beleuchten, was die Arbeit in dunklen Umgebungen vereinfacht. Sie bieten einen vergleichsweise weichen Anschlag nach mittellangem Hub. Gelegenheitsspielern kommen die mit ausreichendem Abstand zueinander positionierten Pfeiltaste zugute. Die Tastatur erfordert kaum Eingewöhnungszeit, es lässt sich auf Anhieb fehlerfrei auf ihr schreiben.

Nicht so gut kamen wir mit dem verbauten Trackpad zurecht. Zum einen ist es mit einer Diagonalen von zehn Zentimetern nicht gerade sonderlich groß geraten. Zum anderen sind die Gleiteigenschaften nicht immer gut. Am meisten stören uns aber die störrigen Trackpadtasten. Eine optische oder physikalische Trennung fehlt und an den Enden reagieren sie deutlich sensibler, als zur Mitte hin. In der Praxis entstehen so viele Klicks "ins Leere". Erinnerungen an längst vergangen geglaubte Zeiten werden wach.

Leistung

Dass unserer Top-Konfiguration mit Intel Core i7-8550U und 32 Gigabyte RAM im Alltag Leistungsprobleme mehr oder weniger fremd sind, damit haben wir gerechnet. Und wir werden nicht enttäuscht. Programme öffnen sich äußerst zügig, ebenso riesige Excel-Tabellen. Vom heftigen Multitasking zeigt sich die Testkonfiguration unbeeindruckt.

Das gefühlt hohe Arbeitstempo spiegelt sich auch in den durchgeführten Benchmarktests wider. Unter Cinebench R15 beispielsweise erzielt das Schenker-Notebook im Schnitt 555 CB-Punkte bei 15 Durchläufen. Sehr gute Werte, die selbst das HP EliteBook 830 G5 in ähnlicher Konfiguration übertreffen.

Benchmark-Ergebnisse des Schenker Slim 14 (M18) nach mehreren Durchläufen (Multi-Core).

Ergebnisse von 15 Durchläufen unter Cinebench R15. Zu einem thermisch bedingten Leistungsabfall (Throttling) kommt es nicht.

Zur fest verbauten internen Grafik (Intel UHD Graphics 620) gibt es keine Alternative, die Option auf eine dedizierte Grafiklösung besteht nicht. Im OpenGL-Test von Cinebench R15 stehen nach Abschluss im Schnitt 54 Bildwiederholungen in der Sekunde auf der Uhr.

Der Lithium-Ionen-Akku bietet eine Kapazität von 36 Wattstunden. Wer es mit den Helligkeits- und Leistungseinstellungen nicht übertreibt, kann mit Laufzeiten von annähernd einem vollen Arbeitstag rechnen. Ein Dauerläufer ist das Slim 14 damit nicht. Das Netzteil fällt erstaunlich klein aus, liefert im Gegenzug aber nur 40 Watt.

Lüfter, Umwelt und Probleme

Positiv fällt die Lautstärke des verbauten Lüfters auf. Im Normalbetrieb hört ihr ihn eigentlich kaum, obwohl er recht häufig im Betrieb ist. Unter Last erhöht sich die Lautstärke merklich und schwillt zu einem steten Rauschen an. Glücklicherweise ist dies nicht von einem hochfrequenten Pfeifton durchzogen. Das gefürchtete Spulenfiepen konnten wir nicht feststellen.

In manchen Positionen kollidiert offenbar der sich drehende Lüfter von innen mit dem Gehäuse. Dann gibt es Schleifgeräusche, die sich nur durch einen Positionswechsel abstellen lassen. Wir forcierten diesen Mangel, indem wir das Notebook mit beiden Händen leicht nach vorne kippten. Möglich, dass wir ein Montagsgerät erwischten.

Sowohl Tastatur als auch Bodenplatte lassen sich nach dem Entfernen von Kreuzschlitzschrauben öffnen.
Sowohl Tastatur als auch Bodenplatte lassen sich nach dem Entfernen von Kreuzschlitzschrauben öffnen. (Quelle: netzwelt)

Nach Lösen sämtlicher Schrauben auf der Rückseite und dem Herauslösen der eingeklippten Tastatur erhalten wir Zugang zum Innenraum und den verbauten Komponenten. Hier könnt ihr etwa selbst den lediglich verschraubten und nicht verklebten Akku wechseln und bei Bedarf auch die SSD oder den Arbeitsspeicher wechseln.

Multimedia

Das Schenker-Notebook hat auf der Unterseite zwei Lautsprecher verbaut, die von dort aus vornehmlich die Tischplatte anstrahlen. Sie sind auch sonst nicht der Rede wert, da sie zu viel mehr als zur Ausgabe von Systemklängen nicht zu gebrauchen sind. Sie sind selbst auf maximaler Lautstärke zu leise und übersteuern dennoch. Besser, ihr schließt vernünftige Kopfhörer an das Schenker-Notebook an.

Bei einem testweise durchgeführten Videochat via Skype hatte unser Gegenüber an der Aufnahmequalität der eingebauten Mikrofone nichts auszusetzen. Die Bilder, die die Webcam liefert, gehen in Ordnung. Die Kamera ist wie die meisten Notebook-Kameras auf ausreichendes Licht angewiesen und neigt stark zum Bildrauschen, sollte dieses ansatzweise fehlen.

Hinweis: In der ursprünglichen Version dieses Testberichtes hatten wir geschrieben, dass sich die Bodenplatte nicht beziehungsweise nur gewaltsam öffnen lässt. Dies ist nicht der Fall. Die Wertung "Design" hat sich um zwei Punkte verbessert. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Schenker Slim 14 (M18): Fazit

Mit Höhen und Tiefen 6.7/10

Die Idee, ein möglichst dünnes Notebook mit voller Anschlusspalette zu realisieren unterschreiben wir sofort. Niemand hantiert im Alltag gerne mit Adaptern. Auch die Leistung stimmt beim nicht überteuerten Schenker Slim 14 des Jahrgangs 2018. Bei unserem Testgerät zeigen sich jedoch einige Schwächen in der Verarbeitung sowie ein weniger gutes Trackpad, welche zusammen mit den schlechten Lautsprechern und dem in manchen Positionen schleifenden beziehungsweise vibrierenden Lüfter zu Punktabzug führen.

Das hat uns gefallen

  • mattes, helles Display
  • Leistung
  • sehr viele, sinnvolle Anschlüsse
  • Austausch von Komponenten möglich

Das hat uns nicht gefallen

  • Details bei der Verarbeitung
  • Tasten des Trackpads
  • Lüfter schleift
Testnote 6,7 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
6,0 / 10
Design
8,0 / 10
Display
5,0 / 10
Eingabegeräte
9,0 / 10
Leistung
8,0 / 10
Ausstattung
4,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Slim 14 wurde uns von Schenker Technologies leihweise zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird es wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

8
Leserwertung

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Bestenlisten

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