Soundbar Sonos Beam im Test: Vom Musik hören und sagen

WLAN-Speaker mit Alexa-Anbindung für besseren Fernseher-Klang

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von Michael Knott
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Sonos Beam ist ab Juli zum Preis von 449 Euro erhältlich.

Im Test gefällt uns Sonos Beam gut. Die kompakte Soundbar spielt vor allem in kleineren Räumen groß auf und nimmt als Smart Speaker auch Sprachbefehle, etwa für Amazon Alexa entgegen. Da auch die Einrichtung wunderbar einfach abläuft. AirPlay 2 unterstützt wird und die Verarbeitung überzeugt, verdient sich die Soundbar eine Empfehlung. Selbst der Preis ist ein Argument.

Ab in die Nische? Es ist ja nun nicht so, als ob bislang ein Mangel an Sonos-Speakern herrschen würde. Mit Play:1, Play:3 und Play:5 gibt es die klassischen WLAN-Speaker. Mit Sonos One hat der US-Hersteller seit geraumer Zeit zudem einen Smart Speaker im Programm.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wer kauft's?
  2. Das kann Sonos Beam
  3. Technik: Das steckt drin
  4. Design und Verarbeitung: Das Smartphone-Problem
  5. Setup, Inbetriebnahme, TruePlay
  6. Hörtest: Klingt Beam besser als Playbar / Playbase?
  7. Fazit & Alternativen

Hinzu kommen die eher fürs Fernsehvergnügen eingesetzten WLAN-Lautsprecher Playbase, Playbar sowie der Subwoofer Sonos Sub. Mal abgesehen von der Frage, wann Sonos endlich wasserfeste WLAN-Speaker für den Outdoor-Betrieb liefert, könnt ihr schon heute euer Zuhause mit Sonos-Speakern zupflastern. Wo ist also der neuste Streich, die Sonos Beam einzusortieren?

Wer kauft's?

Sonos-Produkten eilt der Ruf voraus, dass sie sehr einfach einzurichten sind und dann - abgesehen von ein paar immer wieder auftretenden Netzwerkproblemen - reibungslos funktionieren. So viel sei verraten: das trifft auch auf das aktuelle Testgerät zu. Doch den wahlweise schwarzen, grauen oder weißen Produkten haftet noch ein weiteres Image an. Jenes, der nicht gerade preiswertesten Produkte. Egal ob Playbar, Playbase oder Sonos Sub, stets lautet die Forderung: 800 Euro.

Die seit Juli 2018 erhältliche Sonos Beam ist mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 449 Euro ein gutes Stück günstiger und spricht daher sicherlich potentiell mehr Menschen an. Zum anderen ist sie merklich kompakter, harmoniert dadurch optisch besser mit kleineren Fernsehern, die vielleicht sogar in einem Gäste- oder Arbeitszimmer und nicht im großen Wohnzimmer stehen.

Das kann Sonos Beam

Netzwerkfähige Soundbar: Beam verbindet sich mit dem Fernseher, kann aber auch eigenständig genutzt werden und Inhalte von Musik-Streaming-Diensten abspielen. Das Smartphone (Android und iOS) dient dann als Fernbedienung. Dank AirPlay 2-Unterstützung könnt ihr sie mit Musik auch direkt vom Smartphone aus füttern, selbst wenn ihr die Sonos-App nicht nutzt.

Multiroom-Audio: Beam kann Teil eines größeren Lautsprecher-Setups werden. Voraussetzung ist, dass diese ebenfalls von Sonos stammen. Dann lässt sich etwa in verschiedenen Räumen das gleiche Musikstück latenzfrei abspielen. Beam kann durch Rear-Speaker erweitert werden, aber nicht als klassischer Center-Speaker in einem 5.1-Surround-Setup konfiguriert werden.

Smart Speaker: Sonos Beam nimmt Sprachbefehle entgegen. Derzeit funktioniert dies per Amazon Alexa. Ist die Soundbar über ein HDMI-Kabel mit einem kompatiblen Fernseher verbunden, lässt sich dieser auf Zuruf sogar ein- und ausschalten.

Firmware-Update für neue Funktionen: Google Assistant und weitere Funktionen sollen laut Sonos in den kommenden Monaten per Software-Update nachgereicht werden. In der Vergangenheit hat der Hersteller auch älteren Produkten immer wieder neue Funktionen spendiert.

Technik: Das steckt drin

In der länglichen Soundbar verbaut Sonos unter anderem fünf Digital-Verstärker, die eigens für das Zusammenspiel mit den Treibern abgestimmt sind. Gleich fünf Mikrofone fangen Sprachkommandos auch aus größerer Entfernung und unter erschwerten Bedingungen ein. Wir haben es ausprobiert - selbst bei sehr hohem Lautstärkepegel erkannte die Sonos Beam das Schlüsselwort "Alexa" in mindestens drei von fünf Fällen.

Für den Klang zuständig sind insgesamt fünf Treiber. Unter der wahlweise weißen oder schwarzen Stoffabdeckung versteckt Sonos mittig den Hochtöner. Vier weitere Treiber gruppieren sich darum herum. Drei passive Strahler polieren tiefe Frequenzen auf und sollen für eine gute Basswiedergabe auch ohne externen Subwoofer sorgen.

Design und Verarbeitung: Das Smartphone-Problem

Man muss schon ein wenig Phantasie aufbringen, um eine Soundbar im Jahr 2018 nicht wie eine Soundbar aussehen zu lassen. Denn ähnlich wie bei Smartphones ist die Grundform mehr oder weniger vorgegeben. Sonos hat es mit ein paar Kniffen geschafft, Beam nicht beliebig wirken zu lassen.

So weist die Oberseite etwa eine interessante Wölbung auf der Oberseite auf. In dieser Mulde platziert der Hersteller die Steuerelemente, welche als Sensorschaltfläche ausgelegt sind. Obwohl die Steuerung in der Regel per Smartphone-App erfolgt, sind wir froh, dass die (beleuchteten) Tasten vorhanden sind.

Sonos Beam ist dafür ausgelegt, auf ein Sideboard oder Regal gestellt zu werden. Optional könnt ihr die Soundbar auf ein Stativ stellen, entsprechende Gewinde sind vorhanden. Für die Wandmontage ist sie ebenfalls geeignet. Der Hersteller bietet passendes Zubehör an. Wenn ihr aber das Fernsehgerät auf die Soundbar stellen möchtet, kommt ihr derzeit nicht an der Sonos Playbase vorbei.

Die Verarbeitung des 68,5 x 65,1 x 100 Millimeter großen Testgerätes gibt nicht den geringsten Anlass zu negativer Kritik. Nirgends finden sich auffällige Spaltmaße oder sonstige Produktionsmängel. Auf der Rückseite entdecken wir neben dem Stromanschluss lediglich noch einen HDMI-Eingang sowie einen Ethernet-Port. Das ist bestenfalls dürftig. Verfügt euer Fernsehgerät über einen HDMI-ARC-Anschluss, könnt ihr auf den im Lieferumfang enthaltenen HDMI-Adapter verzichten.

Setup, Inbetriebnahme, TruePlay

Wer bereits ein Sonos-Baustein besitzt, kennt die Prozedur. Das Setup von Beam gestaltet sich dabei genauso einfach. Wir haben den Vorgang an dieser Stelle bereits ausführlich beschrieben. Hier erfahrt ihr auch, welche Bedeutung die unterschiedlichen Farben der Status-LED hat, wie die Einrichtung mit BOOST-Einstellungen funktioniert und was generell zu tun ist, wenn es zu Problemen kommt.

Sonos Beam unterstützt wie die meisten anderen neueren Sonos-Player das Trueplay genannte Einmessverfahren. Mit einem iPhone in der Hand lauft ihr dabei im Raum umher und vermittelt dem System somit ein Gefühl über die bauartbedingten Besonderheiten der Umgebung. Dies hat einen merklichen Effekt, etwa dann, wenn die Soundbar in einem Bücherregal steht.

Wir begleiten Sonos bereits seit rund zwölf Jahren. In dieser Zeit haben wir nicht nur separate Steuergeräte wie die CR 100 genannte Fernbedienung mit Display kommen und gehen sehen. Auch die App hat sich stetig weiterentwickelt. Nicht immer zum Guten. Heftige Design-Änderungen und Umstrukturierungen lassen gewohnte Funktionen immer wieder "verschwinden" und treiben alt eingesessenen Sonos-Hasen die Fragezeichen auf die Stirn. Im Großen und Ganzen dürfte sich nach einer Eingewöhnungszeit aber jeder zurechtfinden.

Hörtest: Klingt Beam besser als Playbar / Playbase?

Beim Tester zuhause hängt seit mehreren Jahren eine Playbar samt separatem Subwoofer. Deren Klang empfanden wir als vergleichbar mit der neueren Playbase. Hier sind es sechs Mitteltöner, drei Hochtöner und ein Subwoofer, die einen sehr ergreifenden Klang abfeuern.

Das schöne an Sonos ist auch, dass sich mehrere Player in einer Gruppe zusammenfassen lassen. Also platzieren wir die neue Beam gleich unterhalb der an der Wand hängenden Playbar, gruppieren sie zu einer Zone und legen unsere Testwiedergabeliste auf. Über die Lautstärkeregler können wir so jeweils abwechselnd die eine oder andere Soundbar stumm stellen, um den Klang der beiden direkt miteinander vergleichen zu können. Um Chancengleichheit zu schaffen deaktivieren wir zuvor den Subwoofer, der generell natürlich auch mit der neuen Beam zusammenspielen kann.

Sonos Beam gegen Sonos Playbar: Der klangliche Unterschied fällt geringer aus, als zunächst vermutet. Das spricht für Beam.
Sonos Beam gegen Sonos Playbar: Der klangliche Unterschied fällt geringer aus, als zunächst vermutet. Das spricht für Beam. (Quelle: netzwelt)

Und dann setzt schon eine Art Staunen ein. Wir hören uns Radioheads "Everything in its right place" an und attestieren der kleineren Beam auf Anhieb (ohne Trueplay) eine raumergreifende Abbildung. Schon die ersten Keyboard-Töne gaukeln dem Zuhörer eine sehr, sehr breite Bühne vor, die in Wirklichkeit ja gerade einmal 65 Zentimeter lang ist. Zur besseren Einordnung: Der Testraum ist etwa 65 Quadratmeter groß.

Ebenfalls deutlich wahrnehmbar ist eine schöne Stereo-Breite. Die Stimme von Thom Yorke wabert zunächst von ganz rechts nach ganz links, bis sie sich im Zentrum zum eröffnenden "Everything" bündelt. Im unmittelbar anschließenden Hörvergleich mit der Sonos Playbar stellen wir fest, dass sie diese Aufgabe nicht besser meistert. Ihr fehlt es sogar unserer Meinung nach ein wenig an Breite und an Tiefgang. 1:0 für die Beam?

Sony HT-ZF9 im Test

Im Vergleich zu Sonos Beam unterstützt die Soundbar von Sony Dolby Atmos. Auch die HT-ZF9 arbeitet mit Alexa und Google Assistant zusammen.


Zur Alterntive

Ohne separaten Subwoofer klingt die kleinere Beam fast schon fülliger und raumgreifender, was sich erst beim deutlichen Erhöhen der Lautstärke und dem Trackwechsel ins erwartbare Gegenteil verkehrt. Hier spielt die Playbar einfach druckvoller, ihr geht nicht so schnell die Puste aus. Bei Cakes "The Distance" merken wir das. Der Basslauf hämmert sich hier mit mehr Nachdruck ins Hirn, lässt den Fuß einen Tick schneller mitwippen. Dennoch - und das ist angesichts des Preisunterschiedes bemerkenswert - der Vergleich zwischen Sonos Playbar und Sonos Beam bei der Musikausgabe grenzt an ein Unentschieden. Ohne Subwoofer und bei moderater Lautstärke spielen sich die Unterschiede in engen Grenzen ab.

Bei der Filmwiedergabe zeigt sich das gleiche Bild. Aus dem Bild "herausgehende" Charaktere bleiben akustisch beispielsweise oft wahrnehmbar. Im Kopf entsteht so die Illusion, als schaue man dem Geschehen durch ein Fenster zu. Sonos Beam erzeugt hier einen flächigen Sound, der den TV-Klang nicht auf Kino-Niveau hievt, aber um mehrere Stufen anhebt.

Hinweis: Der Testbericht wurde am 17. Juli aktualisiert und unter anderem um Angaben zur Marktverfügbarkeit und zur AirPlay 2-Unterstützung ergänzt.

Sonos Beam: Fazit

Gute Soundbar für kleinere Räume 7.6/10

Wer mit dem Klang seiner Fernsehlautsprecher unzufrieden ist, findet in Sonos Beam eine gelungene Komplettlösung. Das System ist einfach einzurichten und liefert einen schönen Raumklang, ohne dass es auf eine Armada an weiteren Lautsprechern angewiesen ist. Schade, dass aktuelle Klang-Standards wie beispielsweise Dolby Atmos nicht von Sonos unterstützt werden.

Das hat uns gefallen

  • Klang
  • Design und Verarbeitung
  • Setup
  • Alexa-Unterstützung

Das hat uns nicht gefallen

  • proprietär
  • keine Dolby Atmos-Unterstützung
  • wenig Anschlüsse
Testnote 7,6 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
8,0 / 10
Klang
9,0 / 10
Design und Verarbeitung
5,0 / 10
Ausstattung
Informationen zum Leihgerät

Beam wurde uns von Sonos für diesen Test kostenlos zu Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
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Bestenlisten

Sonos Beam wurde in folgende Lautsprecher-Bestenlisten einsortiert.

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