Soundbar Sony HT-ZF9 im Test: Vertical Surround und Dolby Atmos für 799 Euro

3.1-System inklusive Funk-Subwoofer

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von Michael Knott
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Sonys HT-ZF9 soll auf Knopfdruck Klang simulieren, der auch von oben kommt. Das funktioniert auch.

Für deutlich weniger als 1.000 Euro erhaltet ihr bei Sony ein TV-Soundpaket bestehend aus der Soundbar HT-ZF9 samt passendem Funk-Subwoofer. Die Besonderheit dieser Kombination hört auf den Namen Dolby Atmos 3D Surround Sound. Dabei simuliert die Soundbar Decken-Lautsprecher, die gar nicht da sind. Im Test der Soundbar überprüfen wir, wie gut dies gelingt.

Wer will, kann auch im Jahr 2018 noch sein Wohnzimmer mit unzähligen Lautsprechern vollstellen. Unter dem 4K-Fernseher hängt dann die Soundbar, links und rechts daneben die großen Stereo-Türme, hinterm Sofa zwei Rear-Speaker und wer es richtig krachen lassen will, installiert für Dolby Atmos noch Deckenlautsprecher, damit der Klang auch von oben kommt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das sagt der Hersteller
  2. Preis, Design und Verarbeitung
  3. Einrichtung und Setup
  4. Fernbedienung
  5. Hörtest: Wie gut klappt der virtuelle 3D-Sound?
  6. Das ist uns sonst noch aufgefallen
  7. Technische Daten
  8. Fazit

Es geht wesentlich einfacher, etwa mit dem Test-Setup. Dieses lässt sich zwar prinzipiell ebenfalls etwa mit (kabellosen) Rear-Speakern erweitern, soll aber auch als 3.1-Lösung schon groß aufspielen.

Das sagt der Hersteller

"Die HT-ZF9 ist - Stand heute - die weltweit erste Dolby Atmos Soundbar, die als Einzelgerät mit drei Lautsprechern virtuellen dreidimensionalen Surround-Sound wiedergeben kann. Dank der innovativen „Vertical Surround Engine“ von Sony kann jeder einen vollumfassenden Sound ohne Deckenreflexion oder Extra-Lautsprecher auch von oben genießen." Sony

Preis, Design und Verarbeitung

Zum Testzeitpunkt kostet die Sony-Soundbar samt aktivem Subwoofer rund 800 Euro. Die Soundbar ist exakt einen Meter lang, 6,4 Zentimeter hoch und 10 Zentimeter tief. Der Subwoofer wird per Funk angespielt und benötigt bis auf das Kabel zur Stromversorgung keine zusätzlichen Strippen. Die Soundbar könnt ihr wahlweise unter dem Fernseher anbringen oder sie an der Wand verschrauben.

Sony setzt bei seiner Soundbar streckenweise auf einen wilden Materialmix. Am schlichten, grundlegenden Design ändert dies zwar nichts. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt nicht vorzeigbare Ecken, wie die unlackierte, raue Rückseite des Subwoofers, die uns ein wenig an einen Eierkarton erinnert. Grundsätzlich ist die Verarbeitung aber in Ordnung. Auffällige Spaltmaße etwa können wir nicht erkennen. Auf der schwarzen Hochglanzfront sammelt sich schnell Staub.

Einrichtung und Setup

Obwohl die HT-ZF9 eine Vielzahl an Funktionen mitbringt, ist das initiale Setup ein Kinderspiel. Per HDMI wird die Soundbar in unserem Fall an einen Samsung-Fernseher angeschlossen. Das auf der Rückseite schräg zulaufende Anschlusspanel ist unserer Meinung nach nicht ganz optimal gestaltet, da es schnell zu einer Kollision zwischen Kabel und Gehäuse kommt und die Platzverhältnisse recht begrenzt sind. Um einen kurzen Höreindruck zu erlangen, koppeln wir als Erstes das Smartphone per Bluetooth und legen eine Spotify-Playlist ein, was anstandslos funktioniert.

Anschließend folgen wir den Schritten des Setup-Menüs auf dem Fernseher. Hier können wir unter anderem angeben, ob wir im Besitz weiterer (Drahtlos)-Speaker sind und sehen, dass der Subwoofer bereits ordnungsgemäß mit der Soundbar kommuniziert.

Sony Soundbar HT-ZF 9

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Wir wählen noch aus, dass wir die Internetverbindung per LAN-Kabel bevorzugen, da unsere ersten Versuche, die Soundbar drahtlos ins 2,4- oder 5-GHz-Heimnetzwerk einzubinden, problembehaftet waren. So aktualisierte die Soundbar zwar die Firmware, anschließend funktionierten aber weder Google Chromecast noch Spotify Connect.

Eine Internetverbindung ist nicht zwingend zum Betrieb, aber für die Nutzung des Google Assistant und Spotify-Connect (unter Umständen erst nach Firmware-Update verfügbar) essentiell. Auch der in der Soundbar eingebaute, praktische Google Chromecast ist natürlich auf eine Netzwerkverbindung angewiesen.

Insgesamt empfinden wir die Menüführung und das Setup als einfach und übersichtlich. Uns wundert ein wenig, dass wir nur wenige Möglichkeiten haben, den Klang an die örtlichen Begebenheiten anzupassen. Auf Funktionen wie TruePlay (Sonos) oder andere Einmessfunktionen verzichtet Sony bei der HT-ZF9. In den Tiefen des Setups könnt ihr lediglich den Abstand zwischen Soundbar und Sweet Spot manuell eingeben.

Fernbedienung

Wir hatten schon edlere Signalgeber in der Hand. Dafür sind sämtliche Funktionen, die diese Soundbar bietet, bequem auch vom Sofa aus erreichbar. Die Fernbedienung wird von zwei AAA-Batterien angetrieben (im Lieferumfang enthalten) und funktioniert auch aus großer Entfernung bis zu zehn Metern sowie aus spitzem Winkel.

Hörtest: Wie gut klappt der virtuelle 3D-Sound?

In erster Linie soll diese Soundbar natürlich den Klang eures Heimkinos aufpolieren. Bei den immer flacheren TV-Geräten, die kaum mehr Platz für ordentliche Lautsprecher bieten, ist dies ein verständlicher Wunsch. Doch Sonys ZF9 will auch als reiner Musikzuspieler punkten.

Also verfüttern wir ein paar Streaming-Happen an die Soundbar per Spotify Connect. Noch bevor wir die prominente Taste mit der Aufschrift "Vertical S." auf der Fernbedienung finden, lernen wir die separaten Drücker für den Subwoofer schätzen. Da uns "Over and Over and Over" von Jack White zunächst zu bassbetont entgegen schwingt, dämpfen wir den Subwoofer bequem vom Sofa aus. Dann gefällt uns, was wir hören.

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Das Test-Setup ist pegelfest. Auch bei ohrenbetäubender Lautstärke schlägt weder der Subwoofer noch einer der drei Soundbar-Treiber durch. Den sehr flächigen Klang empfinden wir ein wenig unpassend für Rock'n'Roll, was sich verbessert, als wir das Soundprofil "Music" über die Fernbedienung aktivieren. Jetzt kommt die Stimme des White Stripes-Sängers deutlich zielgerichteter an unser Ohr.

Uns ist klar, dass die Vertical Surround Engine von Sony primär für die Filmwiedergabe gedacht ist - aber bringt sie auch die Musikwiedergabe nach vorne? Eher nicht. Das Ergebnis beim lauten "Over and Over and Over" enttäuscht jedenfalls. Zu wenig Stereobreite und ein zu schwammiges Gesamtbild spannen im Kopf jedenfalls nicht die oft bemühte breite Bühne auf.

Ganz anders der Anfang des Stückes "No Suprises" von Radiohead. Hier lässt sich der virtuelle 3D-Sound auf Anhieb erleben. Mal scheint das anfängliche Glockenspiel zentral auf uns zuzukommen, dann, nach dem Druck auf die Vertical Surround-Taste, von überall herzukommen. Ein willkommener Effekt, der uns aber nicht bei jedem Musikstil sinnvoll erscheint. Und als der Radiohead-Frontmann Thom Yorke einsetzt, deaktivieren wir Vertical Surround wieder. Die ZF9 lässt sich gut für die Musikwiedergabe einsetzen, kommt klanglich unserer Meinung nach aber nicht an die Sonos-Kombination Playbar+Sub heran, die im Paket jedoch auch doppelt so teuer sind.

Auch bei der Filmwiedergabe werden wir nicht enttäuscht. Wir schauen uns Jumanji 3 an und fühlen uns immer wieder mitten im Geschehen, etwa als bei einer Motorradverfolgungsjagd gefühlt rechts und links von uns die Fetzen fliegen.

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Während man in ruhigen Filmpassagen die virtuellen Dolby Atmos-Fähigkeiten der Soundbar schnell vergisst, sind es Momente wie diese, die den Effekt eindrucksvoll wieder ins Gedächtnis rufen. Sich bewegende Flugobjekte, wie eben die Waffen der Motorrad-Gang oder wenn Hauptdarsteller Dwayne Johnson mal wieder Schurken durch die Decke ins Freie schlägt, lassen sich auch klanglich am Himmel erfolgen. Unserer Meinung funktioniert auch das Upscaling von herkömmlichem Stereo-Material auf virtuellen Surround-Sound passabel. Kurzum: Bei der Filmwiedergabe leistet das Testgerät ganze Arbeit.

Das ist uns sonst noch aufgefallen

  • Die Soundbar verfügt über ein Display an der Front. Dieses lässt sich dimmen. Die Maximalhelligkeit reicht aber oft nicht aus, um bei ungünstigen Lichtverhältnissen die Lesbarkeit zu gewähren.
  • Im Standby-Betrieb liegt der Stromverbrauch der Soundbar bei ein bis zwei Watt, der des Subwoofers bei zwei bis drei Watt.
  • Im Betrieb genehmigt sich die Soundbar bis zu zwölf Watt, der Subwoofer im Schnitt sechs Watt.
  • Nach einem Stromausfall behält die Soundbar ihre Einstellungen. Wir mussten jedoch die Netzwerkverbindungen erneut konfigurieren.

Technische Daten

  • Ausgangsleistung: 400 Watt (gesamt)
  • Verstärkertyp: S-Master HX
  • Anschlüsse: 2 x HDMI-Eingänge (1 x ARC), 1 x HDMI-Ausgang, optischer Audioausgang, analoger Eingang, USB Type-A, Ethernet, Bluetooth 4.2
  • 4K / HDR-kompatibel: ja
  • Unterstützte Audioformate (HDMI): Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, Dolby Atmos, Dolby Dual Mono, DTS, DTS-HD High Resolution Audio, DTS-HD Master Audio, DTS-ES, DTS 96/24, DTS:X, LPCM (2-Kanal/5.1-Kanal/7.1-Kanal), DSD (2-Kanal/5.1-Kanal),
  • Unterstützte Audioformate (optischer Eingang): Dolby Digital, Dolby Dual Mono, DTS, LPCM 2-Kanal
  • Multiroom-fähig: ja
  • Hi-Res Audio-fähig: ja

Sony HT-ZF9: Fazit

Hebt TV-Klang auf eine höhere Stufe 7.5/10

800 Euro müsst ihr investieren, um den Fernseher-Klang gleich um mehrere Stufen anzuheben. Für Musikliebhaber eher eine Verlegenheitslösung (wenngleich eine funktionierende), kommen Filmfreunde mit der Sony HT-ZF9 voll auf ihre Kosten. Die Vertical Surround Engine kann zwar nicht zaubern, sie schafft es aber doch deutlich, das Gesamterlebnis Heimkino zu intensivieren. Da sie dafür nicht einmal auf lupenreines Quellmaterial angewiesen ist, sehen wir sie als willkommene Bereicherung.

Das hat uns gefallen

  • Klang
  • Chromecast eingebaut
  • Einfache Installation
  • Subwoofer inklusive
  • Gutes Upmixing

Das hat uns nicht gefallen

  • Stellenweise lieblose Verarbeitung
  • Probleme bei Drahtlos-Verbindung
  • Menüführung verbesserungswürdig
  • Anschlusspanel mit wenig Platz
Testnote 7,5 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
7,0 / 10
Klang

Klang
Kleine Box, nichts dahinter oder Sound auf HiFi-Niveau? Wir prüfen für euch den Klang auf voller Lautstärke, achten aber genauso auf die ganz leisen Töne.

6,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung
Ein Outdoor-Speaker sollte den Sturz ins Wasserbad überstehen, klar. Aber auch das Designer-Stück lässt bei uns im Test Federn, wenn die Druckpunkte der Tasten schwammig sind oder der Akku sich nicht wechseln lässt.

8,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung
Gibt es ein verbautes Radio? Lässt sich der Speaker als Freisprecheinrichtung nutzen ist ein NFC-Chip zum einfachen Koppeln vorhanden? Lässt sich der Speaker per Sprache steuern? All diese Punkte fließen unter Ausstattung zusammen.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns leihweise von Sony zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird es wieder dem Hersteller übergeben.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

8
Leserwertung

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Bestenlisten

Sony HT-ZF9 wurde in folgende Lautsprecher-Bestenlisten einsortiert.

Vergleich Smart Speaker: WLAN-Lautsprecher im Test
Vergleich Smart Speaker: WLAN-Lautsprecher im Test Bestenliste Was ist ein Smart Speaker? Und für wen lohnt sich der Kauf eines solchen WLAN-Lautsprechers? Welches Modell ist empfehlenswert? Netzwelt hat für euch verschiedene Smart Speaker getestet und miteinander verglichen. Zur Bestenliste

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Audio, Home Entertainment, Sony, Lautsprecher, Google Assistant, Vergleich Smart Speaker: WLAN-Lautsprecher im Test und Sony HT-ZF9.

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