Teufel Radio 3sixty im Test: Der "Weltempfänger des 21. Jahrhunderts"

... vereint DAB+-, FM-, Internet-Radio mit Bluetooth und Spotify Connect

Teufel Radio 3sixty: So modern sind Radios im Jahr 2018.

Als "Weltempfänger des 21. Jahrhunderts" bezeichnet Lautsprecher Teufel das Universalradio 3sixty. Wir mögen beipflichten, denn der schwarze Kasten saugt Musik tatsächlich von überall her: DAB+, FM, Spotify, WLAN, Bluetooth - alles kein Problem. Im Test nehmen wir das Teufel Radio 3sixty genau unter die Lupe, denn auch auf den 360-Grad-Sound sind wir gespannt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Anschlüsse, Einrichtung und Bedienung
  3. Die Wahl der Quelle
  4. Hörtest: So klingt das 3Sixty
  5. Fazit & Alternativen

Die Musikwelt und vielleicht gelangweilte Familienväter (?) schwärmen gerade massiv von smarten Lautsprechern. Gemeint sind zu Alexa, Siri oder Google Assistant kompatible Speaker, die auf Zuruf auch das Licht einschalten oder die Rollladen schließen können, aber beim Herstellen einer einfachen Bluetooth-Verbindung oft scheitern.

Von diesem Standpunkt aus betrachtet ist das Teufel-Radio 3sixty cleverer. Schließlich fischt es Musik aus den unterschiedlichsten Himmeln und wird damit einem modernen Weltempfänger tatsächlich gerecht. Und ganz nebenbei lädt es das Smartphone auch noch über die USB-Schnittstelle auf. Die wichtigsten Funktionen im Überblick:

  • Digitalradio: DAB+, Netzwerkplayer, Internetradio, FM, Bluetooth und Spotify Connect, Line-In
  • 2-Wege-System, Bassreflex
  • Alarm- / Weckfunktion
  • 360-Grad-Klang
  • Bluetooth 4.0
  • eingebaute Teleskopantenne
  • kein integrierter Akku
  • Preis: 280 Euro

Design und Verarbeitung

Wir fühlen uns beim Anblick des Teufel 3sixty sofort in das Jahr 2006 zurückversetzt. Damals feierte das deutsche Unternehmen Terratec mit Netzwerkplayern der Noxon-Reihe Erfolge. Auch damals sollten sie das Küchenradio aus Großmutters Zeiten in Rente schicken.

Es ist vor allem das dimmbare, aber sehr grobschlächtig auflösende und noch dazu etwas windschief eingebaute Display des aktuellen Testgerätes, das uns an eben jene Zeit zurückdenken lässt. Die generelle Verarbeitungsqualität des Radios geht aber in Ordnung. Manch einer mag den Materialübergang von Kunststoff (Basis) zur Akustikstoff-Bespannung an der Oberseite als zu harten Bruch empfinden. Wir kritisieren eher die Aufhängung der beiden Kunststoff-Drehregler, die mit ein wenig Spiel im Gehäuse sitzen. Im Alltag fällt dies aber eher weniger auf.

Insgesamt ruht das moderne Radio sicher und recht zufrieden auf der Küchen- oder irgendeiner anderen Platte. Dafür sorgt das Gewicht von rund 2,5 Kilogramm und die vier Gummifüße unter dem Gehäuse. Stichwort Küche: Wer das 3sixty-Radio hier aufstellt, sollte aufpassen, dass sich Mehl oder ähnlich Feinstaubiges nicht im feinen Stoffgeflecht an der Oberseite des Radios verfängt. Von dort ist es nämlich nur schwer wieder herauszubekommen.

Anschlüsse, Einrichtung und Bedienung

Einen LAN-Anschluss, wie ihn die Noxon-Player hatten, bietet das Teufel-Radio nicht mehr. Alle Netzwerkfunktionen werden daher über das WLAN-Modul bereitgestellt. Auf der Rückseite findet ihr einen USB-Port, der zum Aufladen von Gadgets wie dem Smartphone dient. Musik könnt ihr hierüber jedoch nicht einschleusen. Für ältere Zuspieler wie einen MP3-Player gibt es dafür noch den klassischen Klinkeneingang. Die fest eingebaute Teleskopantenne lässt sich auf eine Länge von etwa 75 Zentimetern ausziehen.

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An der Front stoßen wir auf die zwei angesprochenen Kunststoffdrehräder. Das linke ist allein der Lautstärkeregelung vorbehalten. Mit Hilfe des rechten dreht und drückt ihr euch durch die übersichtlich gestalteten Menüs. Dazwischen platziert Teufel Tasten für das feste Abspeichern von Sendern, zum Einstellen der Weckzeit oder zur Quellenwahl. Eine separate App wird zur Steuerung nicht benötigt. Das alles wirkt nicht gerade modern, funktioniert aber wunderbar.

Die Einrichtung mithilfe eines Einrichtungsassistenten ist binnen weniger Minuten erledigt. Und auch im Folgenden lässt sich das Teufel-Radio einfacher bedienen, als man angesichts des doch recht üppigen Funktionsumfanges vielleicht glauben mag. Die "Menü"- und "Back"-Tasten sind dabei eine große Hilfe.

Die Wahl der Quelle

Das 3sixty verbindet sich unkompliziert per Bluetooth mit einem passenden Zuspieler. Auch das direkte Streamen per Spotify Connect funktionierte im Test problemlos. Dazu müssen Radio und Zuspieler natürlich im gleichen WLAN angemeldet sein. Wer große Mengen Musik auf einem NAS hortet, wird sich zudem über die Möglichkeit des Netzwerkzugriffs per WLAN (DLNA) über das Radio freuen.

Im Hamburger Redaktionsgebiet gelang der Empfang des digitalen Radios DAB / DAB+ sehr gut. Nach einem initialen, kurzen Sendersuchlauf standen 35 glasklare Digitalradiosender bereit. Natürlich findet auch das ganz "normale" analoge Radioprogramm (FM) den Weg über die Teleskopantenne in das 3sixty.

Hörtest: So klingt das 3Sixty

Zwei Breitbandlautsprecher und einen Subwoofer samt "riesigem" Bassreflexkanal verbaut Teufel im 3sixty. Man könnte also durchaus von einem gesteigerten Selbstbewusstsein für ein Küchenradio sprechen. Auf der anderen Seite stecken in Smart Speakern wie dem Sonos Play:1 oder auch Apples HomePod ebenfalls eine Hand voll Treiber.

Ach, daher: ein Blick in das Innenleben des Teufel Radio 3sixty.
Ach, daher: ein Blick in das Innenleben des Teufel Radio 3sixty. (Quelle: Teufel)

Aber die Art und Weise, wie der Teufel-Weltempfänger aufspielt, zeugt in jedem Fall von Selbstbewusstsein. Ganz der Marken-DNA entsprechend geht das Radio mit ziemlich viel Wumms zur Sache. Wir wollen es genauer wissen und konfrontieren das Gadget mit dem bassigen Track "Open Eye Signal" von Jon Hopkins. Hier wird es grenzwertig und die Treiber reizen gefühlt die Belastungs- und Übersteuergrenze aus.

Doch keine Angst! Der moderne Weltempfänger kann auch anderes. Die meisten Tracks unserer Test-Wiedergabeliste gelangen ausgesprochen harmonisch ans Ohr und übertreffen die Erwartungen an ein simples Küchenradio um Längen.

Dem Einsatzzweck entsprechend finden wir spannender, wie sich der versprochene 360-Grad-Sound in der Praxis verhält. Und hier kann das Testgerät wirklich auf ganzer Linie überzeugen. Auch die "smarte Konkurrenz" kann sich vom 360-Grad-Klangbild eine Scheibe abschneiden, denn der subjektive Klangeindruck ist von allen Seiten sehr, sehr ähnlich. Damit bietet sich das 3sixty-Radio zum Beispiel auch für den Einsatz in modernen Küchen, etwa auf einer Kochinsel an.

Wir wünschen uns lediglich eine Art Equalizer, um an der ein oder anderen Stelle dem Bass ein wenig die Zähne zu ziehen. Diese Funktion wird der Hersteller, so teilte es uns Teufel auf Nachfrage mit, zu einem späteren Zeitpunkt per Software-Update nachreichen. Das Update soll darüber hinaus unter anderem die Möglichkeit bieten, MP3- und WAV-Audio-Dateien per USB-Eingang abzuspielen.

Teufel Radio 3sixty: Fazit

Viel mehr als nur ein Radio 7/10

Etwas hochtrabend formuliert kann das Teufel-Radio 3sixty Generationen vereinen. Der Opa hört vormittags UKW-Radio, die Mutter am Mittag DAB-Programm und am Nachmittag streamt der Nachwuchs per Netzwerk-Zugriff vom NAS oder per Spotify Connect direkt vom Smartphone aus. Das alles geht unkompliziert und bei gutem Rundumklang über die Bühne.

Das hat uns gefallen

  • Funktionsvielvalt
  • Klang
  • keine App notwendig

Das hat uns nicht gefallen

  • altmodisches Display
  • kein Kophöreranschluss
  • kein LAN-Anschluss
Testnote 7,0 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
7,0 / 10
Klang
6,0 / 10
Design und Verarbeitung
8,0 / 10
Ausstattung
Informationen zum Leihgerät

Das 3sixty Radio wurde uns von Teufel kostenlos zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird es wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

8
Leserwertung

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Bestenlisten

Teufel Radio 3sixty wurde in folgende Lautsprecher-Bestenlisten einsortiert.

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  1. Gastkommentar · 

    Top Kommentar und sehr objektive Bewertung. Alle Schwächen (und Stärken) sind aufgezählt.

  2. Gastkommentar · 

    ich habe das Teil ist super leider keine ferbedienung

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

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