Tolino Epos im Test: Mit 7,8 Zoll gegen Amazon Kindle

Größeres Display soll zum Testsieg führen

Cover 2

Überall hin könnt ihr inzwischen eure komplette Büchersammlung mitnehmen. Auf Reisen, in die Schule oder als Pendler, um den Weg zur Arbeit zu überbrücken. Möglich machen dies Smartphone, Tablet oder ein E-Book-Reader. Der Marktführer im Bereich E-Book-Reader Amazon ist im Grunde genommen dadurch groß geworden. Mit dem Tolino Epos möchte die Tolino-Allianz an der Marktmacht knabbern. Er bringt ein wasserfestes 7,8-Zoll-Display mit "smartLight"-Funktion mit. Wir hatten den E-Book-Reader im Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Display
  3. E-Book-Store
  4. Bedienung
  5. Software
  6. Fazit & Alternativen

Die Tolino-Allianz besteht aus großen Buchhändlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, unter anderem Thalia, Hugendubel, Weltbild und inzwischen auch Rakuten beziehungsweise Kobo. Diese wollen und können dem Konzern Amazon im europäischen Markt Paroli bieten. Momentan hat die Tolino-Allianz laut verschiedenen Medien-Berichten einen Markteinteil von 45 Prozent in Deutschland. Womöglich kann da der Tolino Epos mit einem Preis von 249 Euro noch mehr herausholen?

Design und Verarbeitung

Was beim allerersten Anfassen auffällt: Der E-Book-Reader liegt trotz des mit 7,8 Zoll ungewöhnlich großen Displays angenehm in der Hand und ist weder zu groß, noch zu schwer. Die 260 Gramm fallen also nicht wirklich ins Gewicht. Das gummierte Material fühlt sich nicht gerade edel an, aber die Verarbeitung ist auch nicht schlecht oder aus billigem Plastik. Das matte Schwarz steht dem Reader gut zu Gesicht. Die Farbe fällt nicht auf und der Tolino-Reader braucht keine Extravaganz, um gut auszusehen. Kurz gesagt: Tolino bleibt den Standard-Designvorschriften für E-Book-Reader treu.

Leider fielen uns nach dem ersten Benutzen schon einige Mängel auf. Der Tolino Epos ist ziemlich staubanfällig. Die schwarze Rückseite hatte schnell "Fett-Finger" auf der Rückseite, welche wir zum Glück wieder ganz einfach wegwischen konnten. Auch das Display hatte nach kurzer Zeit solche Flecken. Aber auch diese lassen sich ganz einfach mit einem Brillenputztuch wieder wegwischen.

Weiterhin sollten alle E-Book-Reader zumindest das Runterfallen vom Tisch gut überstehen. Diese Disziplin überlebt der Tolino Epos problemlos. Auch beim Biegen oder Schütteln konnten wir kein "Knarzen" am Gehäuse heraushören. Der Tolino Epos ist prinzipiell einwandfrei verarbeitet und ausreichend robust.

Das Tolino Epos im Test

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Auf der Oberseite finden sich der Powerknopt und der "Lichtschalter" für die Hintergrundbeleuchtung. Ungewöhnlich für Umsteiger aus der Tolino-Familie: Der Powerknopf sitzt rechts und der Lichtschalter nun links. Also genau umgekehrt zu den Vorgängern der Tolino-Familie. Die Unterseite beherbergt den microUSB-Anschluss. Diesen benötigt ihr zum Anschließen an einen Computer. Beigelegt ist dafür ein easy2-connect USB-Kabel. Das Besondere an dem Kabel ist, dass die microUSB-Seite beidseitig anschließbar ist. Der Nachteil: Der Anschluss wackelt etwas hin und her.

Wie schon geschrieben soll der Tolino Epos sogar einen "Sturz in die Badewanne verzeihen": Eine Badewanne hatte unser Tester zwar nicht zu Hause, aber unter der Dusche kann man auch lesen. Dank des Wasserschutzes durch HZO und deren Nanotechnologie, die den E-Book-Reader von innen heraus schützt, war das Lesen für 15 Minuten problemlos möglich. Laut Datenblatt kann der Tolino Epos bis 30 Minuten 1 Meter tief in Süßwasser eingetaucht werden. Allerdings solltet ihr ihn nicht fürs Lesen unter Wasser und für die Mitnahme auf längere Tauch-Ausflüge nutzen. Meerwasser ist generell tabu.

Display

Wer wie der Autor bislang E-Books vornehmlich auf einem Tablet-PC gelesen hat wird schnell feststellen: Das Lesen auf dem Epos macht richtig Spaß. Nicht nur die Verarbeitung, die keineswegs beim Lesen stört, sondern auch das E-Ink-HD-Display bringt ein anderes Lesegefühl mit sich. Es ist, wie schon geschrieben, 7,8 Zoll groß und hat bei einer Auflösung von 1872 × 1404 Pixel eine Pixeldichte von 300 ppi.

Das Display ist daher scharf. Natürlich verhält es sich anders, wenn man in einem richtigen Buch liest, aber mit dem Display kommt der Tolino Epos nah an das Taschenbuch-Format heran. Nicht nur vom Aussehen, sondern auch vom "Lese-Feeling" her.

Eine interessante, wenngleich bei E-Book-Readern auch keine neue Sache, ist die integrierte Hintergrundbeleuchtung, bei Tolino "smartLight" genannt. Dies passt sich dem natürlichen Tageslicht an. Das heißt, je nachdem wie spät es ist, wechselt es vom kaltweißem Licht am Morgen zum warmweißem Licht am Abend. Zur Not könnt ihr auch selber die Helligkeit und die Farbtemperatur einstellen. Bei so einem großen Display und längerem Lesen, taten die Augen tatsächlich weniger weh. Ein Feature, welches selbst der Kindle-Reihe von Amazon fehlt.

E-Book-Store

Hier kann der Tolino Epos seine Stärken vollends ausspielen. Denn dem Leser stehen gleich mehrere Shops beziehungsweise Bibliotheken zur Verfügung. Ihr meldet euch mit dem Haupt-Shop an, bei uns war es Thalia.de und habt die Möglichkeit noch "ebook.de", "Buch.de", "Weltbild.de", "hugendubel.de", "bücher.de" und acht weitere Shops zu verknüpfen.

Das heißt im Klartext: Wenn ihr euren Tolino-Reader im Thalia-Shop kauft, aber nur ein Weltbild.de-Konto habt, ist dies kein Problem. Alles dank der Unterstützung von dem offenen E-Book-Format ePUB und dem Dateiformat PDF, sowie der Tolino-Cloud-Synchronisation. 25 Gigabyte (GB) Online-Speicher stehen euch zusätzlich zum 8 GB großen internen Speicher zur Verfügung. Von den 8 GB könnt 6 GB zum Speichern von E-Books und anderen Medien nutzen. Das sollen laut über Tolino 6.000 E-Books sein.

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Aufgrund der offenen Unterstützung ist auch ein Ausleihen von E-Books aus Online-Leihbüchereien, wie zum Beispiel Onleihe, möglich. Alles was ihr hier benötigt ist eine Adobe ID, mit der ihr euer Gerät anmeldet. Dann ladet ihr euch einfach über den integrierten Browser das E-Book, das ihr ausleihen wollt, auf euer Tolino Epos. Nach Eingabe der Adobe ID für den Adobe DRM Kopierschutz könnt ihr das E-Book dann für den ausgeliehenen Zeitraum lesen.

Ebenso wie Amazon mit seinem Dienst Kindle Unlimited bietet Tolino mit Tolino Select auch einen Abo-Service an. Ihr könnt mit dem Abo monatlich vier Titel aus 40 E-Book-Highlights aus vier Genres wählen. Die Titel sind dann die gesamte Abo-Laufzeit verfügbar. Zur Auswahl stehen E-Books aus den Bereichen "Fantasy&Science Fiction", "Liebesromane&Erotik", "Romane&Erzählungen" und "Krimi&Thriller". Das Abo kostet 9,90 Euro pro Monat.

Bedienung

Beim Lesen hatte der Tester die wenigsten Schwierigkeiten. Für einen guten Lesegenuss auch unterwegs bringt der Tolino Epos jede Menge Lese-Einstellungen mit. Unter anderem lässt es sich im Querformat lesen, die Lichteinstellungen sind direkt aus dem Buch abrufbar, es kann im Buch nach Stichwörtern gesucht werden und es stehen sieben Schriftarten zur Verfügung. Weiterhin sind die Schriftgröße, der Zeilenabstand, die Ausrichtung und der Seitenrand im Buch einstellbar, was das Lesen komfortabler macht. Typische Funktionen wie Kapitelauswahl und Lesezeichen-Synchronisation sind auch dabei.

Da ein für einen kompletten Akkutest leider nicht die Zeit vorhanden war, sind die bis zu vier Wochen Akkulaufzeit nur schwer nachvollziehbar. Wir haben den Tolino Epos täglich auf der Bahnfahrt ein bis zwei Stunden genutzt, sowie in der Redaktion regelmäßig in Betrieb gehabt. Dadurch haben wir einen "normalen" Arbeitsalltag simuliert. Dabei war das Leselicht abwechselnd an und aus, genauso wie die WLAN-Verbindung.

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Der Akku fiel innerhalb dieser Woche dabei nicht unter die 60-Prozent-Marke. Wer den Tolino Epos also in den Urlaub mitnehmen möchte und nicht gerade stündlich Bücher verschlingt, der sollte also zwei bis drei Wochen und sogar länger mit dem Akku auskommen. Trotz des verbauten 1.200-mAh-Akkus ist also genug Energie vorhanden.

Jetzt, da wir die E-Book-Store-Auswahl, die Verarbeitung, den Bildschirm und den Akku so hoch gelobt haben, fällt es uns leicht, auf die Schwachpunkte des Tolino Epos zu sprechen zu kommen.

Software

Die Software und die Bedienung spielen dabei leider eine tragende Rolle, denn diese hängen neben der hardwaretechnischen Bedienung beim Lesen stark zusammen. Den Tolino Epos haben wir mit der zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung aktuellen Firmware-Version 11.1.0 getestet.

Während das Umblättern in Büchern, PDF- oder TXT-Dateien keine Probleme hervorrief und auch unter E-Reader-Gesichtspunkten flott von der Hand ging , war die Suche oder die Navigation durch die Einstellungen nicht sehr angenehm. Die Ladezeit zwischen Abschnitten war eindeutig zu lang und einige Eingaben wurden erst nach ein ein bis zwei Sekunden ausgeführt. Für das Tippen auf der Tastatur, um etwas im E-Book zu suchen, mussten wir Geduld mitnehmen, denn auch hier reagierte das System ein gutes Stück langsamer als etwa der Amazon Oasis.

Weiterhin bringt der Tolino Epos einen Browser mit, der zwar einigermaßen flüssig lief, allerdings solltet ihr ihn höchstens zum Lesen von Wikipedia-Artikeln nutzen. Denn die Web-Inhalte werden nur in Schwarz-Weiß angezeigt, trotzdem vereinfacht es etwas die Software-Bedienung des E-Book-Readers.

Sonst hatten wir am Lese-Erlebnis, dem Aufbau der Einstellungen und des Systems, sowie den Extra-Funktionen nichts auszusetzen. Reisende, die viel innerhalb Deutschlands unterwegs sind und nicht immer WLAN-Zugang haben, wird es freuen, dass die Deutsche Telekom nach Anmeldung bei einem der Buchhändler ihre HotSpots kostenlos zur Verfügung stellt. Somit ist eure Bibliothek immer aktuell, wenn ihr einen der über zwei Millionen HotSpots entdeckt.

Tolino Epos: Fazit

Größer und besser, aber bei der Geschwindigkeit noch Luft nach oben 7.7/10

Zum Preis von 250 Euro bekommt ihr einen großen, aber erstaunlich handlichen E-Book-Reader. Ein kürzeres Bad kann er ebenso ab, wie einen längeren Urlaub, ohne das ihm der Saft ausgeht. Reisenden innerhalb Deutschlands kommen die Telekom HotSpots und Online-Leihbüchereien gelegen. Auch die Nähe zum Kunden soll nicht unerwähnt bleiben: Wer eine persönliche Beratung zu einem E-Book wünscht, kann einfach in den nächsten Buchladen gehen, der das Tolino Epos mit vertreibt. Wir können den Tolino Epos aber als Alternative zum Amazon Oasis empfehlen.

Das hat uns gefallen

  • dank scharfem Display angenehmes Lesegefühl
  • große Shop-Auswahl und Leihbücherei
  • Lesefreiheit dank verschiedener offener E-Book-Formate
  • kostenloser Zugang zu den HotSpots der Deutschen Telekom
  • Wasserdicht bis ein Meter

Das hat uns nicht gefallen

  • Rückseite anfällig für Schmutz
  • langsame Oberfläche
  • USB-Anschluss muss mit Vorsicht behandelt werden
Testnote 7,7 von 10
Alexander Kant
Bewertet von Alexander Kant
9,0 / 10
Design/Verab.
10 / 10
Anzeige
9,0 / 10
E-Book-Store
5,0 / 10
Bedienung
6,0 / 10
Software
Informationen zum Leihgerät

Der Tolino Epos wurde uns leihweise von Tolino zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird er wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

8
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Tolino Epos selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 8 von 10 möglichen Punkten bei 57 abgegebenen Stimmen.
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Bestenlisten

Tolino Epos wurde in folgende E-Book Reader-Bestenlisten einsortiert.

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Tolino Shine 2HD, Tolino, Amazon Kindle Oasis, Tolino Page und Tolino Epos.

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